Brathähnchen und Gangster-Rap (Traum)

Brathähnchen und Gangster-Rap (Traum)
Eine Parade aus Fressalien mit tanzenden Brathähnchen, kross aber ohne Kopf… Dabei war ich gar nicht hungrig. Das meiste, was angeboten wurde mochte ich auch gar nicht. Ich meine, wer serviert denn bitte ungeschälten Spargel? Sonst kocht doch nur mein Stiefvater solche Absurditäten. Manchmal schmecken sie, manchmal nicht. Irgendwo dazwischen stiefelte er auch herum und bot seine Gerichte an.Sowieso ließ mich der Anblick dieser Verschwendungssucht den Appetit gänzlich verlieren. Für die Menschen war es ein bewegliches Schlaraffenland und sie lachten und feierten und schlugen ihre Bäuche maßlos voll. Innerhalb des bunten Treibens befand sich eine religiöse christliche Führerin, allerdings nicht als Teil der Parade. Sie wollte aufmerksam machen auf die Sünde der Völlerei. Ich versuchte ihr zu helfen und begleitete sie durch die Masse, doch ihre Gebete und ihre Rufe gingen unter in Hohn und Gelächter. Auch versuchte sie ein Lied anzustimmen, was von der Masse darafhin total durch den Kakao gezogen wurde. Irgendwie tat sie mir Leid, auch wenn ich selbst mit dem Glauben und ihren Lehren nichts anfangen konnte. Diese kleine verzweifelte Frau, die nicht gegen die Stimmen der Masse ankam, wo sie doch sonst selbst Massen begeistern konnte…

Etwas abseits der Parade fand ein Rapbattle statt. zwei Freunde rappten ihre Gangsterseele ins Mikro, doch überschlugen sich in ihren Worten. Zig mal musste der Beat neu beginnen, weil sie beide ihren Einsatz verpassten und dem jeweils Anderen die Schuld gaben. Sie fühlten sich so ser dadurch in ihrer Ehre verletzt, dass sie eine Schlägerei vom Zaun brachen, in die ich zufällig hineingeriet. Als Ball zwischen den Fronten. Scheiben gingen zu Bruch und Rap war nun gar nicht mehr das Thema, sondern AKP und PKK. Die beiden Freunde erfuhren durch diesen Streit, dass sie und ihre Familien auf den gegenüberliegenden Seiten standen. Auseinanderhalten konnte ich sie nicht, als sie und ihre Familien aufeinander losgingen. Einer stieß mich im Eifer des Gefechts zur Seite und ich landete rücklings auf einem Tisch und hörte die Wut und die Gewalt. Mit dem Glas der Fensterscheiben zerbrach auch die Freundschaft.

In beiden Szenen empfand ich mich als unbeteiligt, maximal intervenierend. Die einzige Möglichkeit, die einem noch bleibt, wenn Welten aufeinander treffen und nicht mehr Gemeinsamkeit, sonder Differenz gesucht wird, ist wohl eine eigene Welt. Da hilft es auch nicht Beschwichtigung zu predigen. Resignation. Abseits der Massen, abseits der Fronten. Oder wie meine Grioßmutter mir einst sagte: „Lasse laufen!“

Gedankenstrom mit Linsensuppe

Gedankenstrom mit Linsensuppe
Bin eingeschlafen vorhin, weil der Tag doch insgesamt sehr stressig war für mich, wenn auch gut. Ich habe bei einer Freundin übernachtet und sie hat mich zu einem neuen Psychiater gefahren, den ich diesmal wirklich in Ordnung fand.🙂 War für mich blöderweise auch alles wieder nicht so leicht, man kann die Panik eben nicht einfach ausschalten, sie ist immer da… Zur Belohnung waren mein Freund, mein Bruder und ich Sushi essen. War auch alles echt lecker und der Laden war leer, aber ganz plötzlich wie ein Blitz fuhr es durch meinen Körper und schon wieder konnte ich mich nicht mehr bewegen, meine Arme, meine Beine und mein Gesicht nicht mehr spüren, bekam keine Luft, konnte nicht richtig sprechen, Tunnelblick und wohl etwas neuer: Nichts mehr schmecken. Super in ´nem Sushi-Restaurant. Naja, aber immerhin am Ende und nicht am Anfang von der Futterei. Nach Hause laufen war echt ´ne Qual. Versuch mal zu laufen, wenn man die eigenen Beine nicht spürt, das war mehr ein unkoordiniertes Chaos an Muskelanspannungen und der Hoffnung die richtige Bewegungsabfolge auf die Reihe zu bekommen, um nicht umzufallen, vor Allem bei den Ampeln ein Horror. Naja, zu Hause dann erstmal Ruhe und ganz schnell schlummerte ich ein und schreckte wieder hoch und schlummerte wieder ein und schreckte wieder hoch bis ich dann doch komplett eingeschlafen war. Allerdings danach zu träumen gerade war auch ein großer Fehler. Oder vielleicht doch nicht? Vielleicht zeigt es mir, wo ich noch härter werden muss, noch mehr kämpfen muss?

Hab geträumt eine Masse an Trollen, über 500, hätten meinen Blog mit Vicitmblaming bezüglich meines anstehenden Prozesses gegen meinen leiblichen Vater zugetextet. Vieles konnte ich überscrollen, aber hängen geblieben bin ich wieder wie immer an der Angst nicht glaubwürdig genug zu sein.

 
„Wenn du sagst, du könntest dich an alles erinnern, aber nichtmals ein genaues Datum nennen kannst, dann ist deine gesamte Geschichte doch gelogen!“
 
Tatsächlich kann ich mich an kein Datum erinnern, weil es nicht nur einmal vorgekommen ist, sondern häufig genug, als dass ich es damals als „normal“ angesehen habe. Das wäre als würde mich jemand fragen, an welchem Tag genau ich Linsensuppe gegessen hätte… Nur dass Linsensuppe nicht halb so eklig war, selbst wenn sie furchtbar in den Haaren klebt. Übrigens auch spannend, dass mir genau diese Metapher in den Sinn kommt. Mit dem Linsengericht verbinde ich auch ´ne große Menge unangenehmer Erfahrungen, die alle aneinander gekoppelt sind. Linsen…Gericht. Die menschliche Psyche kann so spannend sein!
Vielleicht denkt sich jetzt jemand, warum ich die offenen Wunden hier zeige, warum ich über die Stellen spreche, an denen ich verwundbar bin. Die Frage habe ich mir gerade auch gestellt. Ist es sinnvoll immer alles offen zu legen? Meine Antwort ist und bleibt ein definitives „Ja!“. Zum einen wird die Angst kleiner, wenn man ausspricht, was einem alles so Angst macht, egal wie „klein“ es vermutlich ist so ins Verhältnis gesetzt. Auf der Andeen Seite denke ich, wer aktiv diese Stellen dann nutzt um mich anzugehen, diskreditiert sich automatisch selbst als kleines, armes Würstchen. Sowieso finde ich Leute furchtbar lächerlich, die persönliche Angriffe starten müssen anstatt sachlich zu argumentieren. Wobei die Frage der Glaubwürdigkeit auch schon auf sachlicher Ebene sehr triggernd ist. Da gerate ich wahnsinnig schnell in Rage und verteidige mich, als ginge es um mein Leben. Im übertragenen Sinne tut es das ja auch. Im weitesten Sinne steht für mich nun an dieser Stelle aber auch noch Ursachenforschung an. Ich habe 2 Theorien, die eine betrifft den Prozess gegen Herrn K. damals, von dem ich letzlich berichtet habe und die andere beinhaltet spannenderweise auch Linsensuppe. *lach* Aber auch nur in einer Verkettung. Ich verbinde damit auch Dissos, weil mir im Kindesalter zum ersten mal aufgefallen ist, dass ich manchmal „weg“ bin. Erst war die Suppe warm und beim nächsten Löffel war sie kalt und schon kamen aggressive Kommentare von meinem Stiefvater, als würde ich mit Absicht „stehen bleiben“ oder auch mein Nystagmus, den ich von Geburt an habe war in seinen Augen immer ein klares Anzeichen dafür, dass ich lügen würde, weil nur Menschen die Lügen wackeln so mit den Augen, vollkommen egal, ob das schon in der Geburtsurkunde stand. Sowieso war jede Krankheit immer Einbildung oder Absicht. Hab mich letztens noch mit meiner Mum drüber unterhalten wie unmöglich es war, als er mich wieder so angepampt hatte, als ich mal furchtbare Bauchschmerzen hatte… Am selben Tag musste mir noch der Blinddarm entfernt werden. In seinen Augen konnte ich wohl alles simulieren, obwohl ich nie simuliert habe. Aber ich denke heutzutage tut es ihm Leid und ich konnte vieles verzeihen. Nur der Vorwurf jede Krankheit, jedes Problem sei eine Lüge, das kommt wohl daher. Mich ärgern dann auch manche Flashbacks oder Assoziationsketten. Wach werden zum Beispiel. Das ist mir heute früh und auch als ich nochmal vorhin versuchte einzuschlafen aufgefallen. Ich schrecke immer hoch und bin mit dem ersten bewussten Gedanken total gehetzt und in Panik, muss sofort aufspringen und funktionieren. Hab ich ihm wohl auch hauptsächlich zu verdanken. Jeden Morgen mit Klingeln des Weckers wurde ich angemault, umso länger ich liegen blieb, desto aggressiver und lauter und wenn ich mich geweigert habe darauf einzugehen und doch noch 5 Minuten liegen geblieben bin, gab es dann ab und an mal Wasser ins Gesicht. Nicht oft, lieber bin ich dann doch aufgesprungen um an den furchtbar trockenen Cornflakes herumzunagen. Aber auch da musste ich immer schnell genug sein und sowieso immer aufessen. So ´ne Milchschüssel über´m Kopf is halt auch nicht angenehm, wenn man zur Schule gehen will. Und anfangs auf dem Schulweg dann weiter hetzen und rennen… Der Bundeswehr-Stechschritt eines erwachsenen Mannes ist für ´ne 6-Jährige echt schon enorm anstregend. Zum Glück durfte ich irgendwann alleine zur Schule gehen. Meine Mum war da immer ganz anders und auf sie konnte ich auch hören ohne dass sie ansatzweise die Stimme erheben musste, außer ich war wirklich mal störrisch, aber dann war´s auch legitim. Nicht einfach ohne jeden Grund immer nur Aggressionen. Furchtbar sowas! Bis heute kann ich autoritäre Menschen irgendwie nicht ernst nehmen und lass mich trotzdem durch diese verfluchte Konditionierung hetzen. Jeden Morgen habe ich Herzrasen, weil sich das so in mein Unterbewusstsein gebrannt hat, dass ich keine Ruhe haben darf, sonst würde es eine Strafe geben. Ob sich das jemals ändern lässt? Fraglich… wäre schon schön mal entspannen zu können oder wirklich in aller Ruhe ausschlafen… Aber das ist nicht der einzige Faktor dafür, dass ich immer unter Stom stehe, dann wär´s vielleicht noch einfach. Nur die anderen Bereiche klammere ich für heute aus. Da habe ich schon genug Gedanken dran verschwendet und mein Gedankenfluss gerade hat mich eben in noch halbwegs sichere Bereiche gebracht bzw. für mich heute sichere Bereiche. Zumindest ist meine wissenschaftliche Neugier für heute damit gedeckelt. Fühle mich bei solchen Selbstanalysen manchmal fast schon wie mein eigenes Experiment. Vielleicht gar nicht verkehrt, weil so tut es einfach auch nicht weh, wenn ich drüber nachdenke.

Linsengericht… Was sich hinter einem Wort alles so verbergen kann.

Rechts und Links – Ein nahezu konfliktfreier Positionsaustausch

Rechts und Links – Ein nahezu konfliktfreier Positionsaustausch

Nach 7 Stunden Diskussion bin ich nun um viele Erfahrungen reicher und erst Recht fasziniert, dass beide Parteien sich gegenseitig zuhören konnten, obwohl sie doch zumindest ideologisch in ganz verschiedenen Welten leben. Für diesen Dialog haben sich beide viel Zeit genommen und am Ende sind wir doch um viele Erfahrungen reicher, konnten uns die ein oder andere Schwäche zugestehen und dem anderen vermitteln, warum unsere Welten für uns im Einzelnen logisch sind ohne uns anzufeinden und gleichzeitig ohne zu missionieren. Eine absolute Seltenheit, wie ich finde, in der heutigen Netzkultur, denn anfangs glaubt ich, ich spräche mit einem Troll und ging auch sofort in den Verteidigungsmodus. Ich hatte zwar 44 Screenshots gemacht, aber im Endeffekt finde ich einen textbasierten Lesefluss stimmiger als einen grafikbasierten. Vielleicht mag es jemand lesen, der gerade zu viel Zeit hat und wenn nicht, dann ist es eben für mein Archiv doch ein bedeutender Dialog, der nicht einfach so in der Versenkung verschwinden sollte.

Auslöser der Debatte war folgender Artikel:

Türsteher des Essener „Studio Club“ weist Rollstuhlfahrer ab

Person XY:
Find allgemein diese Haltung, dass man da irgendwie einen Anspruch drauf hätte total unangemessen. Ist halt Schicksal.

Yuri:
…bis dich selbst so ein Schicksalsschlag trifft. Kann jedem passieren. Ernsthaft was ein saublöder Kommentar!

Person XY:
Ich leide schon jetzt sehr, zB unter der Doofheit meiner Umwelt. Da tut auch niemand was gegen.

Person XY:
Ausserdem sag ich ja nicht, dass man da nicht helfen soll, sondern nur dass man kein Recht darauf hat. Wie fändest du es wenn du bzgl Sex nicht diskriminieren dürftest, sondern zB jeden Flüchtling nehmen müsstest der dich fragt? So fühlen sich dann auch Discobetreiber.

Yuri:
Sorry, falsche Adresse. Hatte leider genug Erfahrungen mit sexueller Gewalt, da musst du mir echt nicht mit der Schiene kommen.

Yuri:
Wird ja immer krasser, was man hier manchmal zu lesen bekommt. Alter Verwalter… Behindertenfeindlich und auch noch rassistisch auf dem Rücken von Opfern sexueller Gewalt? Hammer!

Person XY:
LOL

Yuri:
„Wie kommst du eigentlich dazu davon auszugehen, dass du einen Anspruch darauf hast hier deinen Müll zu schreiben? Wart ma, ich ruf ma eben den Türsteher. [Anm: Link zum Admin der Gruppe] Vielleicht fliegste ja hier raus wegen geistiger Behinderung. Ist schließlich Schicksal.“ <- um es mal mit deiner exakten Wortwahl auszudrücken und dir das zu verbildlichen. Merkste vielleicht dann selbst, dass das sehr sehr weit daneben war.

Yuri:
Wie kommt man dazu sowas zu schreiben?! Da fehlen mir wirklich die Worte!

Person XY:
Ich hab ADHS, wenn ich deshalb zB mal die Zeit vergesse, macht Lidl auch nicht wieder auf.

Person XY:
Das ist dann tatsächlich auch Schicksal unter dem ich leide, ich betreibe nämlich keine Lebensmittelvorratshaltung, das ich aber mit Fassung trage

Yuri:
Dann versteh ich deinen Kommentar erst Recht nicht, wenn du selbst erkrankt bist. Sollen die dich oder mich auch rausschmeißen, weil wir einen an der Schüssel haben? Es geht nicht darum, dass Läden für uns extra länger auf haben, sondern um die Teilnahme am sozialen Geschehen. Das wär eben so, als würde uns der Zutritt ins Internet-Café verweigert, weil wir ´ne Diagnose haben, die auch als Behinderung anerkannt werden kann.

Yuri:
Ich kann verstehen, wenn Läden nicht dazu ausgelegt sind Barrierefreiheit zu gewährleisten, aber nicht grundsätzlich das Anrecht aberkennen auf Bedürfnisse, die jeder Mensch hat. Ob Keks im Kopp oder Räder unterm Hintern.

Person XY:
Hier wird ja nicht gefordert, dass man einen nur reinlässt, sondern das man speziell Rücksicht zu nehmen hat. Zb bzgl. Toiletten, Treppen, usw.

Person XY:
Das ist so, wie wenn du blind bist und ins Internetcafe gehst und sagst dir soll jemand dein facebook vorlesen. Und wenn die das nicht machen ist das Diskriminierung.

Person XY:
Oder wenn du Epileptiker bist und verlangst dass man in der Disco die Strobo-Lichter ausmacht deswegen. Alles Sachen die man lieb-fragen sollte und nicht verlangen.

Yuri:
Du lässt das mit deinem Eingangskommentar sehr pauschal ablehnend klingend.

Die Möglichkeiten, sowohl technisch als auch personell gibt es. Vor Allem bei dem Beispiel mit den Blinden. Gibt auch extra Tastaturen und Vorlese-Software. Warum sollte man das nicht nutzen dürfen oder zumindest anfragen, ob das möglich ist? Und wenn man weiß, dass es möglich ist und es einfach nur nicht umgesetzt wird aus welchem Grund auch immer, fühlt man sich natürlich benachteiligt. Da fühlt sich auch jeder gesunde Mensch, wenn er etwas nicht bekommt, was andere bekommen, sei es besipielsweise ´ne Gehaltserhöhung oder ´n Firmenwagen oder sonst was. Also warum soll man nicht davon ausgehen etwas zu bekommen, was andere auch bekommen?

Person XY:
ZB weil es Geld kostet?

Person XY:
Das ist auch das unfaire an dieser Behinderten-Umbau-Scheisse. Wenn der Staat das will, weil sozial, sollte er es auch bezahlen.

Person XY:
Jeder will halt auch gerne alles haben.

Yuri:
Ja ok, an dem Punkt kann ich mich anschließen. Das hört sich auch ganz anders an als „Is halt Schicksal“.

Yuri:
Kostenübernahme für soziale Belange ist immer ein Problem. Man kann Anträge stellen und Fördermittel dafür bekommen, dafür muss man dann natürlich auch etwas Papierkram machen und weil wir ja alle wissen, wie unsere Bürokratie funktioniert, gibt man am besten direkt auf und nimmt eben in Kauf, dass manche Menschen „besser“ sind als andere. Das find ich so grausig in unserem System. Geld genug haben wir, wir haben nur Papierstapel als Hürden und geben es an anderen Ecken aus. Wobei der Topf für Soziales nicht gerade klein ist.

Person XY:
Und dnan gewinnt natürlich wer am lautesten bzw. am effektivsten heult.

Person XY:
Ja, gibt schon Sachen die ungerecht sind. Nur sehr schwierig das festzulegen.

Yuri:
Würde ich jetzt nicht von ausgehen, aber tatsächlich müsste ich jetzt nachschlagen, wie die Verteilung aktuell stattfindet. Soziale Baustellen haben wir zu Genüge und ich denke, dass wir die Abläufe optimieren könnten, um schneller Mittel zu bekommen und auf der anderen Seite eben auch gleichmäßig zu verteilen auf alle Bereiche. Nicht der Lauteste, sondern eben gerechter. So ist gerade sehr vieles sehr ungerecht gegliedert. Zumindest augenscheinlich, wenn ich beispielsweise an geschlossene Jugenzentren denke. Das war in Essen ja auch lange mal Thema.

Das auf jeden Fall! Ich würd nur nicht grundsätzlich sagen, der eine hat mehr Rechte als der Andere. Natürlich in beide Richtungen. Das mit dem Strobo war ein gutes Beispiel. Und klar, groß Stress machen, weil was nicht läuft wie man will halte ich auch für daneben. Man kann nur niemandem vorwerfen „selbst schuld wenn es eigentlich sogar staatliche Richtlinien gibt und Fördermittel existieren, ergo Möglichkeiten gegeben sind.

Person XY:
Und Geld genug gibt es nie.. ginge es nahc mir gäb es erstmal garkein neues Sozial-Mimimi, keine neuen Flüchtlinge, keine Entwicklungshilfe, usw. bis man hier wieder sicher rumlaufen, jeder von seiner Arbeit leben kann, und Familien die Kinder wollen daran nicht aus finanziellen Gründen gehindert sind.

Yuri:
Dann kürzt du an der falschen Stelle. Warum den Armen was nehmen anstatt den Reichen?

Yuri:
Bankenrettung, Panama-Papers, Sterueroasen… Alles schön Schlagworte, die eins gemeinsam haben: Milliarden dem Staat vorenthalten/nehmen, was er doch an anderen Stellen hätte einsetzen können, um allen gerechter zu werden.

Person XY:
Das stimmt, da bin ich auch gegen. Nur sehr viel wär damit nicht gewonnen. Moderne Staaten können normalerweise nicht die Steuern erhöhen ohne dass die Steuereinnahmen sinken.

Person XY:
Man kann halt Ausgaben umverteilen, und Prioritäten setzen. Und das macht man im Moment absolut falsch. Die Bankenrettungen sind eh nur Luftbuchungen wo zahlen von einer auf die andre Seite geschoben werden, aber zB die Flüchtlinge erfordern sehr viel zusätzliche tatsächlich geleistete Arbeit, die besser erstmal unseren eigenen Kindern, Alten und Armen zukäme. Das ist auch viel wichtiger als das man Häuser etc. umbaut und sonstige exotische Spezialwünsche erfüllt. Ist jedenfalls meine Meinung.

Person XY:
Wenn wir so reich wären wie wir angeblich sind, käm es auch nicht vor, dass so viele Frauen arbeiten müssen die sich lieber um ihre Kinder kümmern würden.

Person XY:
Das ist nämlich auch arbeit, und wenn die nicht geleistet wird, dann kriegt man die Kevins die hier neuerdings überall rumlaufen und die nichtmal fehlerfrei einen kurzen Satz zu Papier bringen können.

Person XY:
Das liegt übrigens auch daran, dass man zuviel Rücksicht auf angebliche Behinderungen nimmt. Dieses „wer keine Rechtschreibung kann bekommt deshalb keine schlechten Noten“ – Ja, nur warum soll mans dann überhaupt lernen?

Yuri:
Kommt darauf an welche Art von Steuer. Öfters im Gespräch war ja jetzt z.B. auch die Erhöhung der Erbschaftssteuer, die auch einen konkreten Einfluss auf das finanzielle Gefälle von Arm und Reich hätte. Dann ist natürlich wieder die Frage, ob Vermögen nicht auch direkt wieder ins Ausland ausgelagert wird, wo der Satz geringer ist etc. Irgendwo ist das immer global verknüpft und die Patentlösung hat wohl niemand von uns, sonst würden wir alle besser leben und hätten weniger Probleme. Ich seh nur leider immer wieder, dass arm gegen arm ausgespielt wird. Wir sollen uns unten alle auf die Mütze geben, damit oben noch mehr gescheffelt werden kann, anstatt dass wir mal nach oben treten und nicht nur nach unten.

Das sehe ich nicht so, weil ich denke, dass wir neben dem ganzen Kapitalismus auch menschlich handeln können. Jeder kann jedem die Hand geben, aber eben auch entscheiden an welchen Stellen. Wenn ich denke, dass unsere Alten benachteiligt sind, dann engagiere ich mich im Altersheim, wenn ich denke unsere Jugend braucht mehr Aufmerksamkeit, dann helf ich in ´nem Jugenzentrum und wenn ich der Meinung bin ich kann vielleicht Sprachkurse geben, dann helf ich den Flüchtlingen. Das geht alles schon sehr Hand in Hand und jeder kann so viel geben, wie und wo er mag, es wird reichen, weil wir sind verdammt viele Menschen hier. Das Geld ist das größte Problem, nicht die Menschlichkeit. Nur leider führt das erste nun immer mehr dazu, dass wir uns gegenseitig die Augen auspicken anstatt uns zu stützen.

Yuri:
Unser Bildungssystem steht auch auf dem Abstellgleis… Ja, da geb ich dir Recht. Man muss irgendwo bei Allem die Mitte finden. Nicht ausgrenzen aber auch nicht überbemuttern. Das lässt sich auf jeden Bereich projizieren.

Person XY:
Die Flüchtlinge muss halt jeder bezahlen, ob er will oder nicht. Ich hätte nichts dagegen, wenn die die dafür sind auch selbst die Kosten tragen würden. Aber aktuell müssen deutsche Frauen der Mittle und Unterschicht auf eigene Kinder verzichten, damit jede ehrenamtliche Sozialtusse die will ihren eigenen Flüchtling zum streicheln bekommen. Das ist einfach nur unfair, schon ohen die sonstigen Bereicherungen.

Person XY:
Für die Flüchtlinge ist das auch nicht alles Sonnenschein.. schonmal gesehen wenn junge hübsche Flüchtis mit ähm.. älteren weniger attrakiven deutschen Frauen kuscheln? die machen das sicher nicht freiwillig.

Person XY:
Deshalb jedenfalls sage ich immer, wenn ich irgendein Sozialzeug im Vergleich zum rest unangemessen finde. Und zB Rollstuhlfahrer würdne es sicher verkraften wenn sie mal nett fragen müssten anstatt dass man ihnen einredet jeder müsste für alle ihre Wünsche springen.

Person XY:
Wobei ich sagen muss, dass du sprachlich sehr überzeugend und elegant leiden und klagen kannst. Deshalb der Like vorhin. 🙂

Person XY:
(Hatte sogar fast kurz ein schlechtes Gewissen.)

Yuri:
Das ist dann fast sogar gut, weil ich werde da mein Leben drunter leiden, ob ich will oder nicht und manchmal führe ich es dann doch mal an, wenn mir jemand explizit in dem Kontext auf die Füße tritt. 😉 Aber als Aushängeschild brauche ich das auch nicht, da leg ich lieber Wert auf Fähigkeiten und Fertigkeiten statt Erkrankungen und Weltschmerz. Bringt einen ja auch nicht weiter in Selbstmitleid zu versinken. Man muss schon aufstehen und was selbst in die Hand nehmen, wenn man etwas verändern will.

Übrigens dachte ich kurzzeitig, dass wir mit unseren Kommentaren ja wenigstens beide ´nen Volltreffer gelandet haben beim jeweils anderen. xD Zufälle gibt´s… PTBS trifft ADHS in ´nem Behinderten-Thread. Sehr schön. 😀

Ich klammer den Flüchtlingsteil jetzt einmal komplett aus, weil ich dir da einfach ideologisch genau gegenüberstehe und mich nicht aktiv an dem Konflikt beteiligen will, eben weil ich denke, dass genau dieser Konflikt provoziert ist. Vielleicht kann ich es auf einen gemeinsamen Nenner bringen (weil Gemeinsamkeiten erkennen finde ich doch besser als Unterschiede) damit, dass ich alle Menschen als gleichwertig ansehe, aber auch ebenfalls alle Menschen gleichwertig verurteile, die Gewalt egal in welcher Form anwenden und das fängt für mich eben auch bei psychischer Gewalt schon an in Form von aktiver Diskriminierung, Mobbing u.Ä., weil dadurch ein tatsächlicher Leidensdruck für die Geschädigten entsteht, der ernstzunehmen ist.

Yuri:
Aber nö (da schließ ich mich nochmal an), nur weil man krank, behindert oder sonst was ist darf man sich wirklich auch nicht alles erlauben und zum absoluten Arschloch mutieren. Es ist schon irgendwo eine psychologisch belegbare Schlussfolgerung, warum man aggressiver reagiert, wenn man öfters selbst ausgegrenzt wurde. EIn Grund ist aber auch nicht immer gleich eine Entschuldigung. Auf der anderen Seite hab ich aber auch persönlich noch keinen Rolli erlebt, der meinte die Welt hat ihn zu tragen und jeder müsse Rücksicht nehmen. Klar, gibt´s bestimmt, aber ob das jetzt die Mehrheit ist? Keine Ahnung.

Person XY:
Hm ja, sind vermutlich auch oft Umstehende, die sowas dann an die Presse bringen, obwohl die Betroffenen es vllt garnicht wollen.

Yuri:
Kann auch immer sein. Bin auch mal unwillentlich in der Zeitung gelandet und hab später ´ne Gegendarstellung abgegeben und ´ne Beschwerde, weil ich weder gefragt noch befragt worden bin und einfach mal die Hälfte nur subjektiver Krams von der Gegenseite war. Das ist aber auch das Problem bei der Berichterstattung an sich.

Person XY:
Hm, stört dich das nicht selbst wenn man dir dein jedes mimimi abnimmt (ich denk mal das ist so,oder?)? viele Frauen macht das unsicher.

Person XY:
PTBS ist heute typische Berufskrankheit bei Soldaten, die früher nicht existiert hat, obwohl die Umstände viel schlimmer waren. Der Unterschied ist vllt: heute redte man drüber und nimmt es ernst, weil man alles psychologisiert hat. quasi: die soziale Konstruktion von Schmerzen.

Person XY:
ADHS gehört eigentlich noch zu meinen harmloseren Psycho-Diagnosen. Seitdem ich das alles ignoriere geht es mir eigentlich deutlich besser.

Yuri:
Naja, ich bin seit 18 Jahren in therapeutischer Begleitung, also da gibt es schon eine Reihe schlimmer Ereignisse, die so etwas auslösen. Verharmlosung finde ich da sehr unangebracht, weil eben nicht nur Soldaten darunter leiden. Es war nur die erste Gruppe durch die diese Erkrankung überhaupt erst erkannt wurde und demnach auch als Basis in der Diagnostik dient. Krieg ist nicht das einzige traumatische Erlebnis, dass einem Menschen widerfahren kann. Mein Diagnosenkatalog beschränkt sich allerdings auch nicht ausschließlich darauf. Dafür hat alles zu früh begonnen.Man lernt aber auch einfach damit zu leben, so wie alle anderen eben auch.

Aber klar stört mich das, wenn mir jeder reinredet und geheucheltes Mitleid oder *pattpattpatt* an den Tag legt. Ich finde dieses überfürsorgliche echt anstrengend. Da fühlt man sich irgendwann echt überhaupt nicht mehr ernst genommen und total bevormundet. Ich zieh auch lieber mein eigenes Ding durch und steh auf eigenen Beinen, schlag mich durch´s Leben und kämpfe für mich ganz allein. Hab mich vor 2 1/2 Jahren auch selbstständig gemacht und lass mich nicht von der Vergangenheit in die Knie zwingen. Klar, gibt immer Phasen in denen man dann doch mal ´nen Hänger hat, aber dann gilt es trotzdem immer wieder aufzustehen und das aus sich selbst heraus. Ich fluche dann eher viel statt zu heulen. xD Was soll ich denn darauf warten, dass mir irgendeiner helfen soll? 1. macht das eh keiner und 2. hat die Hilfe dann nur den Effekt, dass man immer hilfsbedürftig bleibt. Wenn ich wirklich wen brauche, dann such ich mir ´nen Profi für die Zeit oder eine Klinik und gut ist. Heulen und warten bringt gar nix.

Yuri:
Ich kann nur nicht jedem Menschen zugestehen, dass er das immer und zu jeder Zeit ebenfalls so durchzieht wie ich für mich. Ich denke irgendwo bin ich natürlich auch manchmal schwach und brauche Mimimi. Das komplett abzuerkennen wäre schlichtweg gelogen. Es ist nur nicht der Sinn meines Lebens und soll mich auch bloß nicht als Person ausmachen. Wie gesagt, ich definiere mich dann doch eindeutig lieber über Fähigkeiten statt Krankheiten. 🙂

Yuri:
(Ich finde unseren Dialog übrigens gerade wahnsinnig interessant. Allein schon dass wir ihn führen nach dem beiderseits verpatzten Einstieg und zum Anderen weil wir eine so unterschiedliche Weltanschauung haben und uns aber doch drauf einlassen zuzuhören und zu antworten. Du rettest damit quasi gerade mein Weltbild, dass ich mittlerweile von der gängigen Netzkultur habe. (y) FInd ich gut!)

Person XY:
Hm ja, also ich weiss auch nicht wie man am besten damit umgeht. Verharmlosen sicher nicht, eher anerkennen, nur wie weiter ist dann nicht ganz klar. Seit den Flüchtis ist mein Gefühlserleben ziemlich chaotisch geworden und ich neige glaub ich noch mehr zu übertreibung als eh schon, also in alle richtungen (hass, mitleid, verachtung, ..), und auch in anderen bereichen. muss ich noch besser mit umgehen lernen, und da merk ich halt dass es auch von der reaktion anderer löeute abhängt. Btw: schöne Bilder!

Person XY:
naja, hmm, aggressiver schreiben ist auch eine art das auszuleben, dadurch bin ich dann im RL weniger unfreundlich, denke ich, ich find das aber nicht verpatzt eigentlich, ich finde eher man ist meistens zu freundlich, ist zwar entspannender aber man kommuniziert dadurch auch weniger informationen

Person XY:
beleidigungen, usw. ignorieren.. damit komm ich in letzter zeit immer klar… übung : ]

Yuri:
Ich denke man sollte einfach mit jedem umgehen, wie man es auch sonst tut und keine Unterschiede machen. Nicht mehr und nicht weniger Rücksicht nehmen als sonst, egal ob nun bei Rollis, bei Psychos oder bei sonst wem. Das erwarte ich zumindest von Menschen, die sich mit mir unterhalten. Wenn mich was stört, sag ich das ganz offen und direkt, heißt nicht, dass ich dann den Menschen dahinter ablehne oder irgendeine Reaktion besonders erwarte. Gibt immer solche, die dann mit Rücksicht reagieren und solche, die dann erst Recht losbrettern. Mit beidem kann ich aber umgehen, nicht zuletzt weil ich auch sehr impulsiv bin und das emotional nachvollziehen kann. *lach*

Das geht mir im Punkt mit der Flüchtlingskrise ebenfalls so. Das gesamte Szenario hat mich sehr aufgewühlt und auch sehr viele starke Reaktionen bei mir ausgelöst. Allerdings wie ja oben auch geschrieben auf der entgegengesetzten Seite. Denke mal das belastet so ziemlich jeden irgendwo, vor Allem weil jeder auch etwas anderes damit verknüpft. Ich reagier gerne mal sehr schnell über, wenn sofort ein sexualstrafrechtlicher Kontext geschaffen wird. Allein weil es mich an dem Punkt persönlich berührt. Ich denke so hat jeder seine Punkte, wo er sich bei dem Thema selbst sieht und fast schon zwangsläufig positionieren muss vor Anderen, vor der Gesellschaft, vor sich selbst.

Danke, dito. 🙂

Jein, eher interessant, weil es doch unüblich ist sich gegenseitig sinnbildlich mit „Arschloch“ zu bergrüßen und dann daraus einen ernsthaften Dialog entstehen zu lassen.

Person XY:
man bekommt ziemlich viel negative zuwendung wenn man rechtere positionen vertritt, wobei sich das auch langsam dreht und sich immer mehr trauen kritisch zu sein. aber hass ist eigentlich auch eine form von liebe (in beziehungen hat man das ja auch oft gleichzeitig/abwechsend) und es ist sicher nicht ganz sinnlos sich auch auf diese art zu streiten auch wenn es manchmal so wirkt

Yuri:
Ich experimentier da gerne mal und bekomme von rechts und von links auf den Deckel. Beide Seiten existieren, beide Seiten haben Berechtigung. Schwierig wird es an dem Punkt, an dem eben Gewalt ins Spiel kommt und da ist es sehr schwer eine Grenze ausfindig zu machen. Vor Allem wenn es eben auch schon um psychische Gewalt, mitunter um Diskriminierung geht. Wir sind ja allesamt keine Gesellschaft, die sich nur in Schwarz und Weiß gliedert, sondern jeder bringt seine eigene Nuance mit rein.

Kritisch war ich immer, allerdings wohl mehr global als individuell. Einem Einzelnen kann ich Fehler besser verzeihen und im Einzelnen kann ich auch Konflikte lösen, im Großen und Ganzen sehe ich dann eher das Problem, dass man doch als kleines Rädchen im Getriebe nicht genug Einfluss hat um wirklich etwas zu bewegen. Das geht immer nur im kleinen Rahmen.

So sehr ich Hass ablehne, weil er Gewalt erzeugen kann, so sehr brauche ich meinen eigenen Hass auch doch als Antrieb. Ich weiß, was du meinst… Wenn ich nicht wütend werde, kann ich auch nichts bewegen, weil es dann nichts zu bewegen gibt.

Person XY:
hmm, jain, diese emotionale reaktion ist glaub ich unpolitisch, ich heule ggf auch für flüchtis und bin auch angespannter wenn ich wo rumlaufe wo nur deutsche sind. haben glaub ich auch nicht soviele, aber es hängt glaub ich mehr von wohnort ab als davob ob oder in welche richtung man politisch ist. und es hat auch positives.. irgendwie mehr abenteuer und mehr lustig
Person XY:
potentiell ist das imho sehr effektiv
Person XY:
wobei es links vermutlich schwieriger ist weil mehr leute, hm, du wohnst in essen und siehst auch etwas gothic aus.. kennst du melanie?
Person XY:
würd ich jedenfalls nicht unterschätzen, was motivierte leute bewegen können, wenn man es geschickt macht
Yuri:
Ich bin generell sehr angespannt wenn ich unter Menschen gehe, außer Festivals/Szene. Da draußen kann mich potenziell jeder angreifen, was auch nicht selten passiert auf verschiedenste Weisen, aber dennoch gehe ich dann doch sehr gerne auf Leute zu. Vielleicht auch allein schon um die Gefahr für mich kleiner zu machen bzw. meine eigenen Monster zu besiegen. Ich bin einerseits total optimistisch und doch zutiefst misstrauisch. Denke politisch lässt sich das bei mir da auch nicht generalisieren. Habe ja auch mal eine Weile beide Extreme kennengelernt und bin zu dem Schluss gekommen, dass meine Grundhaltung weiterhin die selbe geblieben ist und ich Extremismus oder Fanatismus einfach nicht als eine Lebenswelt für mich anerkennen kann.

Hmm, Wohnorte hab ich viele durch. Ich muss sagen ich fühl mich hier im Nordviertel gerade wohler als damals in Rüttenscheid. xD Hier ist auf jeden Fall immer was los. Mich hat´s aber auch immer in die Problemviertel gezogen. Mein Parallelgymnasium war in DU-Marxloh damals, da lernt man schon ´ne Menge auch auf sozialer und kultureller Ebene. Aber primär interessiert mich nicht, was die Leute wählen, sondern wie sie mit mir umgehen und das ist hier zumindest echt durchweg positiv.

Ich kenne mehrere Melanies. Welche denn? 🙂

 Yuri:
Schwarmintelligenz und Massenmanipulation sind nie zu unterschätzen.
Person XY:
die böse (rechte), die mal hier wohnte und das dings in der zeche carl organisiert hat
Person XY:
nordviertel.. das ist da wo der terroranschlag war, oder?
Yuri:
Tatsächlich weiß ich von den meisten Gruftis gar nicht, ob und welche politische Position sie beziehen. Nachname?

Ja genau das. Das Viertel, dass neben Altendorf ständig in der Zeitung is. Die Druckwelle haben wir gespürt als der Tempel attackiert wurde. Und war echt verdammt laut… Dachte erst ´ne Gasleitung ist hochgegangen.

 Person XY:
krass, dadurch bin ich mal gelaufen auf dem weg nach hause von der zeche carl, das fänd ich auf dauer extrem stressig glaub ich
Person XY:
naja, wenn dir das nichts sagt kennst du sie wohl nicht. melanie d******. indymedia schreibt seitenweise über sie, die antifa macht videos, als ob sie sie verehren oder so. jedenfalls eine extrem effektive einzelne person
Person XY:
bis vor 1.5 jahren hat sie die nachttanz (oder schattentanz?) party gemacht, dann ist sie rausgeflogen weil die antifa sich bei der stadt beschwert hat weil rechts
Yuri:
Ist es eigentlich so überhaupt nicht. Klar die Ecke da am Viehofer, die ist brenzlig, aber auch nur da. Das restliche Viertel hab ich eher sehr freundlich kennengelernt so als Nachbarschaft. Vor Allem hilft hier wirklich jeder jedem. Wenn alle Probleme haben, packen eben auch alle mit an. Ich kann mir sicher sein, dass sofort Polizei oder RTW vor Ort ist, wenn ich Nordviertel sage und ich kann so ziemlich bei jede hier anklingeln. Ob nu für WLAN oder ´n paar EIer für ´nen Kuchen oder einfach nur mal quatschen… Hab ich sonst nirgendwo so erlebt.

Was halt sehr krass ist, sind die beiden Großfamilien, die sich hier ihren Kleinkrieg immer wieder liefern, aber wenn man nicht zu denen gehört, hört man eben auch nix davon bzw. bekommt nix ab.

Hmm, so effektiv, dass ich sie nicht kenne. xD Dabei kenn ich schon so viele Leute. Nee sagt mir wirklich nix, aber ich les mir auch nicht durch, was die Antifa schreibt.

 Person XY:
also du hast flüchtlinge lieb, aber hast du nicht auch angst?
Yuri:
Nachttanz. War da lange nicht mehr und hab nicht auf´m Schirm, wer da aktuell das Feld in der Hand hat. Ich bin früher immer zur GIP gegangen als Diva und Udo noch aufgelegt haben. Wüsste gerade gar nicht, wann cih das letzte Mal jetzt inner Zeche war.
Person XY:
ich stell mir immer vor,d ass es hier bald so wird wie in israel
Yuri:
Die Frage hab ich dir oben beantwortet. Ich hab alle Menschen lieb und gleichzeitig vor allen Menschen Angst. Optimismus, aber dennoch Misstrauen. Unabhängig davon welcher Herkunft, Statur oder sonst was. 😉
Person XY:
hmm.. sicher?

Person XY:
weiss nicht, ist bei mir ganz anders

Yuri:
Ich frag mich gerade, wie du speziell jetzt in dem Kontext nochmal darauf kommst, weil meine Nachbarn sind alle unterschiedlicher Natur und unterschiedlich im sozialen Status etc. Das Gesamtgefüge ist hier sehr bunt (also nicht „nur“ Flüchtlinge). Ich glaub wir haben den Stadtteil mit der höchsten Quote verschiedener Nationalitäten, aber auch subkulturell sind wir ganz bunt gemixt und das harmoniert super. Wir verkennen aber auch nicht die Probleme, die auftauchen. Wir versuchen sie nur eben auch zu lösen und uns nicht nur zurückzuziehen. Also wenn ich mal so als Stimme des Viertels spreche. Das ist zumindest der EIndruck, den ich hier seit 3 Jahren in denen ich hier wohne habe.

Yuri:
Was denn wie in Israel? O.o
Person XY:
naja, israel hat ein permanentes terrorproblem weil 20% moslems
Person XY:
juden und moslems/araber mögen sich traditionell nicht.. ich bin zwar mischling, aber ich hab da schon teils sehr extreme antipathien
Person XY:
und in frankreich gibts auch schon gezielte anschläge (israels MP hat den juden dort sogar schon empfohlen auszuwandern)
Person XY:
also ich fühl mich in gegenwart von juden/jüdinnen sehr entspannt, bei deutschen und den meisten europäern normal (osteuropäer find ich oft iwie sexy).. und bei türken/flüchtis sehr angespannt
Person XY:
letzteres ist aber neu, also so seit einem jahr etwa.. vorher waren mir türken einfach egal
Person XY:
beim draussen rumlaufne hab ich so ein allgemeines bedrohungsgefühl
Person XY:
hätte ich als linker glaub ich genauso, nur würde ichs dann vllt verdrängen ;o
Person XY:
jedenfalls, deshalb binich eher rechts, jedenfalls was die frage betrifft.. imo gibt da hier bald noch eine katastrophe, aber solche einschätzungen sidn auch sachen wo ich zZ leicht übertreibe
Yuri:
Also nein, das seh ich hier ganz und gar nicht. Ich mein ich brauch ja nur vor die Tür zu gehen und mir alles anzuschauen und mit den Leuten zu reden. Ich hab überhaupt nicht den Eindruck, dass hier irgendwas schlimmer wird oder etwas eskaliert oder Konflikte hierher getragen werden. Mit Ausnahme besagter Großfamilien, aber das geht hier schon seit 30 Jahren so und die führen nur gegeneinander Krieg, nicht gegen andere Religionen, Ethnien oder sowat.

Ich find aber auch, dass man das insgesamt so pauschal nicht sagen kann. Es gibt ja immer Spinner in jeder Gruppierung.

Hmm, das könnte ich maximal auf Subkulturen und Einkommensschichten übertragen und dann auch nur ganz grob, weil ich aus mindestens jedem Bereich dann doch wieder wen kenne, der mich positiv überrascht hat. Ich hab mehr Probleme mit gutsituierten StiNos, Schützenvereinen und Bänkern. Wenn ich an eigene Vorurteile denke, denke ich an Schlips und Anzug und dicke Autos… Das macht mir aber keine Angst, das finde ich eher befremdlich und assoziiere ich mit schlechten Erfahrungen.

Ich glaub als Frau wächst man in ein Bedrohungsgefühl hinein. Ich kenn das jedenfalls nicht anders mich nachts verfolgt zu fühlen oder mich in Menschenmengen ausgeliefert zu fühlen. Aber ich hab auch einfach zu viel Mist erlebt, da bin ich vielleicht nicht das Maß aller Dinge.

 Person XY:
ja das stimmt, in echt wird wenig schlimmer, also zumindest bekomm ich nicht mehr verbrechen persönlich mit. allerdings meine mutter und eine ex wurde schon belästigt
Person XY:
warst du mal samstags morgens (so zw. 5 und 8 uhr) am hbf?
Person XY:
oder abends in der stadt, tlw. vormittags, die tun ja auch nichts, aber das ist wa sbei mir immer so eien art flight-or-fight reaktion auslöst
Person XY:
ok, du bist dann vermutlich eh schon lange daran gewöhnt, wenn du sowas überhaupt hast.
Person XY:
syrer zb sind ja normal harmlos und tlw. auch ganz süss, aber da hab ich das genauso. also mit der realen gefahr hängt das sicher nicht zusammen, das ist mir schon klar
Person XY:
aus meiner sicht müssen die entweder alle wieder zurück, oder ich langfristig umziehen.. meine mutter will sogar schon anhc dunkeldeutschland, obwohl sie sich ncihtmal traut afd zu wählern
Person XY:
ansonsten seh ich bisher auch garnicht soviel unterschiede zw. rehcts und links. beide wollen mehr sozial, weniger kapitalismus, etc.. nur bei dieser sache, naja .. und linke gehen imho mit ihren frauen schlechter um
Person XY:
also was beschützen betrifft, bei essen total oder so
Yuri:
Ich glaub wenn man in Angst aufwächst dann lernt man irgendwann damit umzugehen und sich dieser auch zu stellen. Zumindest ist das bei mir so. Ich geh auf die Leute zu, damit sie mir keine Angst mehr machen. Aber wirklich von klein auf kenn ich das, nicht erst in den letzten Jahren.

Die Dunkelziffer für Sexualstraftaten ist so immens hoch, Unbetroffene werden das nie glauben (man hat mir auch nie geglaubt sehr lange Zeit und vielen geht es ähnlich)… Und das auch nicht erst seit gestern. Vor Allem sexuelle Gewalt gegen Frauen, von der Belästigung bis zur Vergewaltigung, ist massiv verbreitet und umso massiver gesellschaftlich totgeschwiegen. Die Kiliniken sind überfüllt… Was gerade nur passiert ist, dass viele „kleinere“ Delikte unsere Presse füllen, weil Flüchtlinge involviert sind und das dann sofort ´ne Schlagzeile gibt und natürlich Ängste schürt, die eh schon vorhanden sind. Was aber in den Schlafzimmern und Büros alles geschieht, da hat man nichtmals ´nen Pressevertreter im gerichtssaal sitzen. Mal ganz abgesehen davon, dass eh die wenigsten Taten angezeigt werden. Also das mal von der Betroffenen-Seite aus. Mir ist vollkommen egal wer mich anpackt, er hat es einfach nicht zu tun! Egal ob Hans-Werner oder Mustafa oder Takeshi. Straftäter sind keine Kultur für sich, sie sind überall!

Hmm gibt nette Syrer und gibt nicht nette Syrer. Tendenziell hab ich auch eher nettere kennengelernt. Wo du aber vorhin bei Türken warst hatte ich letztens noch einmal für mich klar bekommen müssen, dass ich doch eher mit Kurden sympathisiere als mit AKP-Leuten. Ich hab einen Graus vor religiösgeprägten traditionellen Rollenbildern, die wirklich quasi aufgezwungen werden. In meinen Augen darf jeder seine Religion haben und sich danach richten, aber es hört eben einfach auf, sobald die Grenzen eines Anderen verletzt werden. Aber auch so ein umfassendes Thema, ich schreib shcon wieder so viel. xD

Person XY:
hm, also du bist ein gothic weibchen? gehst du denn hier in der nähe zu parties? ich überleg ob ich dich schonmal gesehen hab

Person XY:
also kennen tu ich keine, aber als flüchti-sorte sind sie ja shcon identifizierbar, und da sind viele halt jung und sehen leicht schwul aus, was irgendwie süss ist, v.a. in kombination mit dem versuch den gegenteiligen eindruck zu erwecken.. ^^

Yuri:
Noch kurz zum „beschützen“:

Selbstverteidigungskurs, Straßenskills, Stahlkappen und Pfefferspray… So hab ich mich immer draußen verteidigt. Beschützt hat mich niemand, geholfen hat mir nie jemand, also da musste ich schon alleine irgendwie durch. Heute hat mich das eher abgehärtet.Bin ein Szenenmischling, weil ich auch genauso gut zu Elektro, Rock und Punk feiern kann. Aber klar, mein Herz ist schwarz. *hust* Das war kitschig *hust* In letzter Zeit war ich sehr wenig feiern. Die Parties sind nicht mehr so wie früher. Mir fehlt irgendwie etwas… Ich weiß jetzt nicht wie alt du bist, aber damals war ich halt regelmäßig auf der GIP, ab und an in der Matrix, TIC geh ich auch ganz gerne mal hin oder ins Druckluft. Meiste Zeit verbring ich aber wohl aktuell im Nord. xD

Person XY:
und sie tun wohl nix, also das mit meiner mutter und meiner ex waren in beiden fällen nafris

Person XY:
(oder tun zumindest wenig)

Yuri:
Och auf den Festivals hier haben wir uns immer mal wieder mit ein paar unterhalten. Immer so ein Mix aus Deutsch, Englisch, Französisch und ein paar Bruchstücken Arabisch. Mein Freund hatte ´nen Arabisch-Kurs angefangen, weil er die Schrift immer schon faszinierend fand. Rentiert sich ja gerade. 😛

Person XY:
also ich war erst so kurz vor anbruch der flüchtlingskrise wieder auf parties gegangen udn davor sicher 1-2 jahre nicht. war anfangs ziemlich entsetzt/erschreckt

Yuri:
Zu Nordafrikanern kann ich nix sagen, weil ich noch keinen wirklich kennengelernt habe. Handhabe das aber wie gesagt auch bei allen gleich. Entweder ich mag jemanden oder ich mag jemanden nicht. Angst hab ich immer, hingehen tu ich trotzdem.

Weil die Szene so auseinanderfällt oder warum erschreckt? Ich seh kaum noch Leute mit denen ich früher feiern war. Alle irgendwie Familie, Job, Krankheit, irgendwas… Jeder ist immer erreichbar aber niemand ist mehr da.

Person XY:
bin mir auch nicht ganz sicher warum.. auf jedenfall sind es weniger frauen als früher.. hab ich mich auch beschwert, hat aber nix gebracht. wobei matrix find ich noch gganz erträglich bis gut

Person XY:
und tic ist auch ok. druckluft waren früher mal goa parties aber nun wohl leider nichtmehr :/

Yuri:
Ich find ja grundsätzlich sind alle weniger geworden überall. Früher gab es Gruftis an allen Ecken, jetzt nur noch ganz vereinzelt mal. Nur auf den Festivals, da ist die Familie wieder vereint irgendwie.

Person XY:
ja, was ist denn mit denen passiert? sind die jetzt woanders?

Yuri:
Mein kleiner Bruder steht gerade total auf GOA und empfiehlt mir im Drucki immer wieder die „Why so serious“. Und auf der Bang spielen se auch Schwarz.

Yuri:
Ich hab keine Ahnung… Alle im Netz abgetaucht? Früher hatte ich auch noch jeden Tag die Bude voll, jetzt passiert Monate lang mal gar nix.

Person XY:
mglw. ein demographieproblem

Person XY:
also das jugendkulturen kleiner werden weil zuwenig neue jugendliche

Yuri:
Ich werd am Samstag mal ins Alte Kino gehen in Bottrop. Da läuft so schön Oldschool-Gruftmucke. 🙂 Bin mal gespannt drauf.

Ja vielleicht sind viele auch „erwachsen“ geworden. Rebellion und Gesellschaftskritik und Anstöße geben funktioniert nicht mehr über Szenen. Das Phänomen betrifft ja nicht nur unsere Kreise.

Person XY:
ich find jedenfalls auch dass sich was geändert hat, aber nicht nur weniger leute, aber ich rätsel immer noch was genau es ist

Yuri:
Nee zu wenig würde ich gar nicht sagen. Ich denke es ist als Jugendlicher heute wichtiger wie soll ich sagen… konformer zu sein, ein Stück weit konservativer um eine Einheit zu bilden und so gegen die Elterngeneration von Rebellen eine Front zu bilden.

Person XY:
also konformer stimmt mit sicherheit, das nervt mich auch ziemlich.

Person XY:
aber sind schüler/studenten nicht meistens eher ziemlich links?

Person XY:
eigentlich müsste ja jetzt rechts rebellion/widerstand sein, weil merkel ja fast genau das macht was sich linke, grüne, usw wünschen

Person XY:
das mit dem erreichbar aber keine lust stelle ich auch fest. wobei die meisten eigentlich nichtmal kinder haben

Person XY:
ah, wie alt bist du?

Yuri:
Ich seh überall selbst in den alternativen Zentren nur noch Jeans und Shirt. Überall StiNos, egal welchen Alters. Subkultur-Touristen, die auch einmal dabei sein wollen und am Ende aus jeder Szene einen Zoo machen und auf der anderen Seite eben die junge Generation, die sich einfach abgrenzt indem sie „normal“ wird. Gruselt mich auch jedes Mal, aber in Zeiten in denen viel Angst herrscht ist es gar nicht ungewöhnlich, dass Konformität sich etabliert. In der Anonymität der Masse verstecken…

Sagt der Bildungsstand denn was über die politische Ausrichtung? Ich mein klar, wenn man an Stundentenbewegungen denkt, waren das tendenziell linke Ziele. Ich definiere links im Kontext als weltoffen und rechts hier mal als traditionsorientiert, um von den Klischees wegzukommen, die ansonsten mit links und rechts assoziiert sind.

Tatsächlich sehe ich das gerade auch so, dass sich auf der rechten Seite aus deinen genannten Gründen etwas zusammenbraut. Besinnung auf die Wurzeln aus Angst vor Überfremdung. Ist ein logischer Schluss… Jetzt nicht mein persönlicher, weil ich mehr Einschränkungen dadurch befürchte als Vorteile zu genießen.

Yuri:
28 bin ich.

Person XY:
jung 🙂

Person XY:
also das ist eine gute frage… mein bild war früher mehr so links=gymnasium,uni rechts=unterschicht

Person XY:
allgemein muss man glaub ich heute konservativ von rechts unterscheiden

Person XY:
ich glaube rechts ist eine form von links

Person XY:
aber das ist sehr segmentiert, zZ sind fast alle rechte die ich kenne gothic / neofolk /industrial menschen

Person XY:
und da ist das kulturell ja dann fast identisch

Person XY:
gothic ist ja auch angeblich schon lange rechts oder zumindest wurde es oft behauptet.. obwohl ich immer nur linke kannte

Yuri:
Übrigens sind sich Rechte und Linke da sehr einig, dass Merkel weg muss. Die handelt nicht „links“, die handelt einfach gar nicht und/oder viel zu langsam und beschwichtigende Worte helfen bei Problemlösungen nunmal nicht. Ich hatte zeitweise zwar mal das Gefühl, dass sie die ein oder andere Aussage für mich persönlich gut und nachvollziehbar getroffen hat, aber in ihrer gesamten Laufzeit hat sie doch sehr wenig bewegt. Wenn heute Wahl wäre, ich würde auch wieder eine Protestpartei wählen. 🙂 Läuft ja da oben einfach nicht.

Sag mal, würd mich echt gerade interessieren, einfach auch um zu wissen über welche Gruppe wir uns unterhalten, wenn wir von der Jugend sprechen bzw. unserem ausbleibendem Szenenachwuchs. xD

Jetzt haste Bildungsstand und EInkommen noch dazu vermixt. 😛 Also nein, es gibt Rechte und Linke in allen Spektren der Gesellschaft. Es ist nur öfters mal die Frage wer einem da mehr auffällt. Ich mein so der klassische Punk ist ja nach dem Klischee zu urteilen auch bildungsfern und hat kein EInkommen, weil er sich gegen das System auflehnt und auf der anderen Seite gibt es auch Rechte in sehr hohen Positionen. Die sieht man nur nicht auf der Straße.

Ich empfinde das aktuell als Normverschiebung. Also das das linke Spektrum in den Mainstream gerutscht ist und das rechte Spektrum bei den Konservativen mit aufgegriffen wird. Genau da haben wir aber auch wieder das Problem. Was ist heutzutage eigentlich noch Rechts und was Links?

Yuri:
Gothic war immer unpolitisch… Es gab nur immer ein paar Aufmischer in der Szne, die uns versucht haben zu nutzen für politische Zwecke.

Person XY:
weiss nicht. rechts ist romantik und gothic ist romantik

Person XY:
beides auch eher elitär orientiert, und gut passendes schönheitsideal, beides blickt eher rückwärtsgewandt auf eine vermeindlich bessere vergangenheit

Person XY:
ist schwierig zu sagen, die meisten rechten sind wohl arbeitslos, was aber auch daran liegt dass linke oft petzen sobald jemand irgendwie exponiert ist

Person XY:
identitäre sind meistens studenten, davon gibts aber bisher ziemlich wenige

Yuri:
Wenn wir es ganz genau nehmen ist die schwarze Szene dem Punk entsprungen und Punk war ganz ursprünglich eine Modeerscheinung begründet von Vivienne Westwood, die die Sex Pistols mit Klamotten ausgestattet hatte.

Was aus den Szenen später geworden ist waren bestimmte Lebensphilosophien. Wenn man an die Gruftis aus den 80ern denkt war es quasi die Visualisierung des Memento Mori. Also allumfassend sich mit dem Tod auseinander zu setzen. Das ist ganz und gar unpolitisch, weil der Tod trifft nunmal jeden.

Die ganzen Zersplitterungen, die immer weiter entstanden sind haben dann natürlich auch immer weiterentwickelte Vorstellungen aufgegriffen. Der Kern blieb lange der selbe. Nur jetzt sind wir so weit zersplittert, dass wir ein diffuser schwarzer Brei sind. Deshalb besinnen sich auch gerade die übrigen wieder zu den Ursprüngen.

Person XY:
das linke ist auf jedenfall das gute/heilige geworden, oder war es vllt immer

Person XY:
rechts ist mehr.. egoistisch, dunkel, akzeptiert das böse

Person XY:
und weiblich

Person XY:
also mir zb ist zwar nicht total egal was mit den flüchtlingen passiert wenn sie wieder zuhause sind, aber meien lebensqualität ist mir halt einfach wichtiger

Person XY:
so gleichheits und gerechtigkeitsargumente sind seltener

Person XY:
also man steht auch zusammen gegen einen feind wenn der feind im recht ist

Person XY:
der tod ist nicht unpolitisch.. memento mori ist heidegger ist nazi, zumindest tendenziell

Person XY:
wobei das ist ein schwieriges thema. links hat dazu halt garnichts zu sagen

Person XY:
die nazi position ist: der einzelne erlangt sowas wie transzendenz / unsterblichkeit dadurch dass sein wirken in der gemeinschaft weiterlebt, also insbesondere durch kinder

Yuri:
Das ist jetzt irgendwie schon niedlich. Aus der Verantwortung ziehen keinen Job zu haben, weil Linke ja Petzen sind. 😀 Also die Rechten (ich glaub ich darf sogar hier getrost Neonazis sagen, weil das waren sie) die ich damals noch kennengelernt habe, die hatten alle sehr wohl einen Job, schließlich wollten sie ja auch ordentlich ihre Frauen versorgen (und beschützen… mit ´nem Basi…). Soziodemografisch würd mich das aber wirklich auch mal interessieren, wie sich Bildungsstand und Einkommen statistisch verteilen. Ich würde vermuten dass beides keinen großen Einfluss nimmt. Ich denke da aber auch immer sehr schnell an meine Unterlagen zur Marktforschung. Die Werbebranche bietet einem manchmal sehr interessante Einblicke in das gesellschaftliche Gefüge…

Ich seh das Schwarz nicht als politischen Kontrast, vielmehr noch eher als religiösen Kontrast in Form von Atheismus oder Nihilismus. Wir lassen den Satanismus mal außen vor, da gibt es Schulen und die müssen nicht unbedingt assoziiert sein mit der schwarzen Szene. Wobei der LaVeysche hier doch öfters Anklang findet.

Memento Mori ist nicht Heidegger, sondern entspringt dem Mitterlalter, lange vor Heidegger aus dem Mönchslatein.

Person XY:
und dadurch ist sex dann auch mehr was heiliges und nicht nur spass

Person XY:
ja, würd mich auch intressieren. ich guck mal ob ich dazu was finde. also ich glaub rechts ist ziemlich scharf von konservativ getrennt. also zumindest als nazi ein normales leben führen ist wohl eher schwierig

Person XY:
naja heidegger in dem sinn dass es die frage nach dem sinn des lebens aufwirft. da gab es früher religiöse antworten die nichtmehr überzeugen in der moderne. und heidegger hat sich damit intensiv befasst weshalb er dann auch nazi wurde, also weil er das als potentiell sinngebend sah

Yuri:
Gemessen an christlichgebundene Traditionen, als einem rechten Spektrum, dass religiös motiviert ist auf jeden Fall. Nur was ist denn dann mit den ganzen Rechten, die sich eher auf germanische Mythologien fixieren? Also vielleicht hast du das zufällig eine Antwort, sonst müsste ich die Edda jetzt nochmal lesen. xD

Da ich sowohl unreligiös als auch unpolitisch bin ( was nicht bedeutet, dass ich nicht zu beiden Bereichen umfassende Meinungen vertreten kann), wäre aufgrund dieses Schlusses meine Persönlichkeit gespalten. Und da wären wir wieder bei Diagnosen… Auf der einen Seite denke ich natürlich, dass Sex mit einem Menschen den man liebt etwas Besonderes, ergo heiliges“ ist, auch wenn ich mich gegen Fortpflanzung entschieden habe und auf der anderen Seite habe ich auch sehr gerne einfach Spaß, ganz frei und hedonistisch, solange eben im gegenseitigen Einverständnis.

Was sich aber bei diesen ganzen verschiedenen Blickwinklen herauskristallisiert ist, dass so ziemlich jede Kombination mit jeder funktionieren kann, egal wie plausibel für uns nachvollziehbar. Finde ich auch sehr spannend mal Leute zu treffen, die eine Kombination verinnerlicht haben, bei der sich mir das Hirn verknotet.

Person XY:
die linke antwort – existenzialismus / sartre – ist so inhaltsleer, eigentlich fraglich ob überhaupt eine antwort

Person XY:
zumindets bietet e skeine orientierung zu sagen, dass jeder sich seinen sinn selbst gibt. da find ich die idee mit dem weiterleben in der volksgemeinschaft schon attraktiver, also zumindest ist es etwas, und auch etwas was soziales verhalten motiviert

Person XY:
also in der praxis ist rechts imho eher an christlichen werten udn tuggenden orientiert. aber das christentum ist halt nachfolger des judentums, und damit kommen viele nicht klar

Person XY:
und suchen sich dann etwas „arischeres“ was sie meinen das vllt besser passt als das christentum, weil kultur und gene verbunden sind, oder zumindets nicht unabhängig

Person XY:
ich glaub das sind diese blackmetaller die gerne kirchen anzünden 🙂

Yuri:
Hmm, also ich finde schon, dass mir das Prinzip eher liegt, dass ich mir selbst einen Sinn gebe. So verlasse ich mich nicht auf eine Gemeinschaft, sondern nur auf mich selbst. Weiter lebe ich vielleicht in den Erinnerungen, die Andere von mir haben, aber das bin ja nicht mehr ich dann, weshalb es auch für mich keinen größeren Sinn mehr ergibt. Ich lebe gerne für den Moment, bin frei und versuche so viel vom Leben zu genießen, wie ich kann, solange ich es habe. 🙂

Ich hätte jetzt eher konservativ mit christilich verbunden und rechts sogar primär germanisch mythologisch geprägt. Wobei es auch eine Frage ist, ob man da nun von einem historischen Kontext ausgeht oder einen Teil des Jetzt-Zustands betrachtet.

Person XY:
so eine genaue vorstellung hab ich nicht davon.. hab mal in island mit einer isländerin, die ziemlich darauf stand gezeltet, und das passte alles irgendwie sehr gut, mit der natur dort, tanzen ums feuer, etc .. aber inhaltlich.. weiss nicht, ausser eben dass es zentriert ist auf den stamm also übertragen das volk

Person XY:
tugenden/werte haben die ähnliche wie die christlichen fand ich, nur mit mehr gruppenkuscheln

Person XY:
ja genau, konservativ ist mehr so afd / protestantisch, eigentlich langweilig

Person XY:
nazis haben auch eigentlich die grünen erfunden

Person XY:
deutscher wald, vogelschutz, naturverbundenheit, naturschutz

Person XY:
das ist eigentlich auch schon halb-religiös und hängt mit dieser blut und boden ideologie zusammen. also dass ein volk an seien umwelt angepasst ist und damit in harmonie leben muss/soll

Person XY:
kann man nur heute nicht mehr so realisieren, weil die meiste in städten leben und wenig naturverbunden. ausser auf dem bauernhof (biobauern wurden auch im dritten reich erfunden)

Person XY:
also ich seh die grünen als ziemlich irrational und leicht verrückt an, und das gilt auch für den entsprechenden part bei den rechten, der fast identisch ist

Person XY:
aber zieht mich auch etwas an, zumindest dieses im wald leben, mit der natur verbunden leben.

Yuri:
Mein noch lebender Onkel ist Blackmetaller. xD Und der is stock konservativ so als Lehrer für Hauswirtschaft und Mathematik in ´ner streng katholischen Stadt. Also da is nix mit Kirchen anzünden. Macht das eutzutage überhaupt noch wer?

Das kann sogar hinkommen, wobei ich kein Gruppenkuscheln in Erinnerung habe, sondern eher das Bild von Kriegen und Machtsymbolen und viel „Wer mit wem“

Ich hätte jetzt eher CSU gesagt, weil da auch direkt die christlichen Werte schon im Namen mit drinstecken. wobei wenn du christlich an rechts koppelst, wären CDU/CSU ja beiderseits rechte Parteien. Das kann ja nicht hinkommen. Auf der anderen Seite sind christliche Werte auch Auslegungssache. So kann Merkels „Wir schaffen das“ auch in Bezug zur gepriesenen Nächstenliebe sein und somit beißt sich die Katze wieder in den Schwanz.

Ich hab mir tatsächlich letztens eine Doku über sich selbstversorgende Reichsbürger angesehen, die auch ihre rechten Ideologien lebten, aber vollkommen in Frieden und Harmonie mit der Natur und ihrem dazugehörigen Weltbild. Ich denke das ist auch eine Form von rechts, die ich auf jeden Fall akzeptieren kann. Das Problem beginnt nur meist da, wenn dadurch eben andere Menschen zu Schaden kommen oder eben missioniert wird. Ein Problemfeld, dass ich allen Parteien und Religionen aber getrost zuschreiben kann.

Person XY:
melanie lebt quasi im wald.. und mag es auch weil einsam/rückzugsraum, genau sowa sbrauch ich auch, also kontakt mit menschen find ich sehr schnell stressig

Person XY:
die germanen haben auch in ziemlich kleinen einheiten gelebt.. häuser weit auseinander etc

Person XY:
mit gruppenkuscheln mein ich nur die gemeinschaftsorientierung

Person XY:
also dieses man kümmert sich um die gruppe und die gruppe um einen, und begrenzte konkurrenz

Person XY:
klingt als hättest du einen coolen onkel 🙂 ich glaub keine kirchen mehr, aber gibt da auch diese als dorf im wald lebenden selbstversorger

Yuri:
Irgendwie sind wir heutzutage ein riesen großes Mischmasch aus Möglichkeiten, Tendenzen, EInflüssen. Ich denke genau deshalb ist es auch reizvoll sich auf altbewährte Bilder und Werte zu berufen, weil dadurch einfach wieder mehr das Gefühl von Zugehörigkeit gestärkt wird. Also soweit auf jeden Fall nachvollziehbar für mich, andererseits ist mein eigenes Bild wirklich mehr davon geprägt, dass ich Diversität, Vielfalt schätze als Errungenschaft zur persönlichen Weiterentwicklung, weil ich gelernt habe mich auch ohne eine Gruppe zu positionieren. Ich brauch keine Linken, keine Rechten, keine Christen, keine Götter hinter mir um zu wissen wer ich bin und was ich will. Die Sicherheit, die mir fehlt kann ich mir nur selbst geben. Resultiert vielleicht auch aus den vielen schlechten Erfahrungen, dass ich mit Gruppierung nicht viel anfangen kann. Das wird mir schnell zu monoton und interessanterweise auch konfliktgeladener. Aber klar, einsam im Wald leben fänd ich jetzt auch nicht verkehrt. Da kann ich auch für mich selbst sorgen.

Person XY:
Reichsbürger sidn eigentlich nicht rechts, und ich glaub auch selten selbstversorger, aber es gibt da einige, die im osten auf dem land leben

Person XY:
also ich finde nazis sind tendenziell viel friedlicher

Person XY:
weil sie nicht/wenig interessiert was andere machen

Person XY:
menschenrechte wären v.a. kein kriegsgrund

Person XY:
im moment entstehen ja fast alle konflikte weil die usa irgendwo irgendwas ungerecht finden undsich dann einmischen

Person XY:
kriegführen nur aus egoistischen gründen.. aber normalerweise ist krieg viel zu teuer um sinnvoll zu sein

Person XY:
und nazis reicht es die deutschen zu missionieren, während linke die menschenrechte überall hintragen wollen

Person XY:
also soweit jedenfalls die theorie

Person XY:
aber genau.. ausländer

Person XY:
wären keine hier wär es kein problem

Person XY:
deshalb rückführung für die die nicht hierher passen

Person XY:
hats du mitbekommen, dass flüchtlinge ständig abnippeln? in rhein, ruhr, etc, sogar im schwimmbad beim frauen belästigen

Person XY:
ist ein gutes beispiel eigentlich, weil es zeigt dass sie halt nicht an unsere umwelt angepasst sind. in der wüste gibst halt wenig wasser, deshalb müssen sie auch nicht schwimmen können. viele gehen wohl einfahc so ins tiefe und ertrinken obwohl sie nicht schwimmen können, als ob sie nicht wüssten dass wasser gefährlich ist

Person XY:
naja, schon ns deutschland hat europäer quasi als deutsche gesehen; und die machen ja auch fast keine probleme

Person XY:
die flüchtis sollen ja zumindest theoretisch eh zurück wenn wieder frieden ist

Person XY:
bzgl. der türken bin ich mir unsicher, das problem ist dass es zuviele sind und es deshalb keine integration und vermischung gibt

Yuri:
Ich hatte 2 ziemlich coole Onkels. Einer ist leider letztes Jahr gestorben… Mit dem war ich sehr oft auf Festivals. Er war auch ein Freidenker und Künstler, ein echt klasse Kerl. Konnte ich mich immer voll mit identifizieren.

Nazis? Friedlich? Also da hab ich ganz andere Erfahrungen gemacht und auch ganz anderes gesehen. Friedlich sofern man der eigenen Ideologie noch entspricht. Alles was darüber hinaus geht wurde kaputt geknüppelt oder komplett ausgeschlossen. Also mal unabhängig von Waffenarsenalen, die ich als Teenie mal zu Gesicht bekommen habe, habe ich bevor ich ins Nordviertel gezogen bin in Kray gewohnt. Genau in dem Haus, wo die NPD-Landeszentrale auch eingezogen ist. Ich hatte immer bunte Haare und am Ende genau deshalb auch immer Angst. Hab versucht mal ein Wort mit denen zu sprechen, auch als ein Bekannter bei mir war, der da zufällig wen von kannte… Aber nix. Ich bin optisch schon Feindbild und weder eines Wortes noch eines Blickes würdig. Als Teenie hatte ich noch keine bunten Haare, war aber dennoch schon angegruftet kann man sagen. Alternativ und rebellisch eben. Da haben sie wohl noch versucht mich zu bekehren. xD Freundlich waren sie zu mir, zu anderen aber nicht und friedlich sieht für mich auch einfach anders aus. Da erzählen dir Leute wen sie mal wieder „geklatscht“ haben.

Person XY:
lol

Person XY:
also waren sie jetzt lieb zu dir oder nicht?

Yuri:
Musste aber auch Rechte und Nazis noch ein bisschen mehr differenzieren, weil nicht alle Rechten sind Nazis, aber alle Nazis sind rechts. 🙂

Yuri:
Warte, ich bin noch bei den Kommentaren oben. xD

Yuri:
du musst auch unterscheiden, ob das nicht angeben ist

Yuri:
Die mit denen ich gesoffen hab ja, die die mir auf der Straße auf ihren Feldzügen begegnet sind, nein. Aber zum Glück lässt sich ein Übergriff auch mit dem Singen des passendesn Liedes vermeiden. Mach ich echt so und klappt. Dann singen sie mit und verhauen mich nicht.

Yuri:
Naja, mancheiner gibt halt auch mit seinem Vorstrafenregister an…

Yuri:
Das ist aber auch was, was sich nicht wieder nur pauschal auf eine bestimmte Gruppe übertragen lässt.

Yuri:
Was das absaufen angeht: Bildung, Training, Aufklärung. Wir wachsen in ´ner Gesellschaft auf, die uns sagt dass wir in der Grundschule unser Seepferdchen machen müssen, selbst wenn wir in Großstädten leben mit zu wenig Schwimmmöglichkeiten für alle Einwohner.

Yuri:
Ich denke also eher, dass das keine evolutionäre Frage ist, sondern eine der Prioritäten in der jeweiligen Bildungspolitik.

Person XY:
hmm, also soweit mir bekannt fassen rechte frauen eigentlich grundsätzlich nicht an, im gegensatz zu linken (wobei auch linke selten gewalt anwenden gegen frauen, manchmal aber schon)

Person XY:
frauen sind halt eh klein und schwach 🙂

Person XY:
sinnlos mit denen zu kämpfen

Person XY:
nee, also die türken sind schon lange genug hier, auch auf den gleichen schulen, trotzdem können viel viel weniger schwimmen. dagegn kenn ich keinen europäer der nicht schwimmen könnte

Person XY:
ich glaub araber isnd auch kälteempfindlicher

Person XY:
aber ist doch plausibel oder? auch bei schwarzen wegen vitamin d und so. also dass es unterschiede gibt kann man ja nicht bestreiten, und dass die was mit der umwelt zutun haben wo die vorfahren herkamen.. also ich find das nur logisch. bestimmt wär es eskimos hier zb zu warm

Person XY:
mir persönlich wär auch etwas wärmer lieber, deshalb bin ich eher für den klimewandel und gegen energiewende

Person XY:
kennst du türken? also besser

Person XY:
ich hab oft den eindruck dass wir eh nur nebeneinander her leben

Yuri:
Das ist jetzt vollkommener Blödsinn, dass Rechte keine Frauen anpacken. Das unterschlägt jedwede häusliche Gewalt aus diesem Spektrum, sowie jedwede offene Gewalt auf der Straße. Gut ok, mediale Berichterstattung legt darauf natürlich auch keinen Fokus. Dann heißt es „Mann prügelt Frau ins Krankenhaus“ und nicht „Rechtsradikaler schlägt seine Frau.“ in der Zeitung.

Und das vermeintliche Motiv, dass Frauen klein und schwach seinen ist schon verdammt sexistisch, also im weitesten Sinne auch nur ein Klischee, was dazu führt, dass Frauen auch weiterhin als minderwertig betrachtet werden, ergo auch so behandelt. Wenn ich mal zulange, da liegen aber auch 7 Kanten. xD Nur bis an den Punkt muss ich erstmal kommen, da muss ich echt schon angegriffen werden.

Person XY:
mit anderen europäern hab ich keine probleme intensivere beziehunge zu haben, selbst bei sprachproblemen und so. türkinnen lernt man garnicht ernst kennen. letztens hab ich mal in der bahn versucht mit einem kopftuchmädchen zu flirten um die flüchtlinge zu ärgern. hat auch geklappt, aber die frau war total eingeschüchtert

Yuri:
Das mit der Genetik… Puh da weiß ich gerade gar nicht, wie ich drauf reagieren soll, weil das gerade fast schon satirisch klingt.

Ja, ich kenne einige Türken und Türkinnen sehr gut. Ich bin mit welchen zur Schule gegangen, habe welche als Nachbarn gehabt, gehe bei welchen einkaufen und auch sonst

Person XY:
also mein eindruck ist eher dass rechte unfair negativ dargestellt werden. zb bei demo berichten wird oft der eindruck erweckt als wären rechte aggressiv gewesen. normal sind rechte friedlich und die antifa loppt isch mit der polizei

Yuri:
Ich frag nur nicht immer jeden, woher er denn kommt, weil ich die Info nicht wichtig finde um einschätzen zu können, ob ich jemanden mag oder nicht. Da interessiert mich vielleicht vielmehr die Musik die jemand hört oder wo er gerne feiern geht oder was er gerne trinkt.

Yuri:
Das ist doch links exakt genauso. Du hast immer die „Steineschmeißer“ angeprangert inner Zeitung. Wenn 500 Leute freidlich demonstrieren und einer schmeißt ´nen Stein is doch sofort die ganze Gruppe dran. Recht dat selbe, wenn da einer den Arm hebt.

Yuri:
Die negativen fallen halt in jeder Gruppe immer auf und sind dann auch für den schlechten Ruf verantwortlich.

Person XY:
ich dachte auch erst da smit dem schwimmen wär satire, aber schon über 100 stück ertrunken, viel mehr als zu erwarten wär

Person XY:
ah, schonmal eine beziehung mit einem türken gehabt?

Person XY:
als frau hat man da ja vllt etwas bessere chancen

Yuri:
Nein, aber ich hatte auch noch nicht viele Beziehungen. Eher immer so auf Langzeit. 🙂 Mein aktueller Freund hat polnische Wurzeln, mein Ex lettische und davor der weiß ich gar nicht… Leverkusen, 12 Jahre schon her… xD Ich verlieb mich einfach in wen ich mich verliebe. Egal woher und ob Mann oder Frau. Nur Altersgrenzen finde ich wichtig.

Ich geh aber jetzt langsam mal ins Bett. War wirklich eine echt interessante Unterhaltung mit dir und hat mir auch mal ganz andere Einblicke verschafft. Bin nur gerade echt kaputt, auch wenn ich die ganze Nacht weiter schreiben wollen würde. Das ist echt extrem selten, dass sich mal jemand ernsthaft darauf einlässt vollkommen entgegengesetzte Positionen auszutauschen. Und ich schreibe viel im Netz… Wie man unschwer erkennen kann. *lach*

Person XY:
ah, schon so spät. ja, schlaf gut!

Yuri:
Du auch 🙂

Person XY:
kann sein, dass ich den strang lösche, weil tlw zu privat, also nicht wundern

Person XY:
facebook zum chatten missbrauchen.. passiert mir viel zu oft..

Yuri:
Kein Problem. 🙂 Kenn ich auch. xD

Leben tötet – Erkenntnis aus Verzweiflung

Leben tötet – Erkenntnis aus Verzweiflung

Schon wieder halb 4 Uhr morgens… Schlafen geht nicht, dazu bin ich viel zu aufgewühlt. Die Gedanken rasen und rasen vor Allem vor Wut. Wo kommt diese verfluchte Wut bloß her? Nichts klappt wie es soll, alles entgleitet mir irgendwie. Sehe ich ein wenig Sonnenschein, folgt solgleich ein unbändiges Gewitter. Vielleicht hilft es, es einfach hinaus zu brüllen, alles was mich stört, alles was mich gerade anpisst und mir meinen Schlaf raubt.

Das ständige Schreien, Pöbeln und Rumkloppen vom Nachbarn hinter meiner Schlafzimmerwand macht mich wahnsinnig! Ich reagiere sehr sensibel auf Aggressionen und dieser Kerl ist die pure Verkörperung davon! Seit über einem Jahr muss ich mir anhören, wie er seine Wohnung zerlegt und rumschreit und ich beiß mir jedes Mal auf die Zunge nicht zurück zu brüllen oder einfach ein verfluchtes Loch in die Wand zu schlagen und ihm die Fresse zu polieren, damit er sie endlich hält!! Aber nein, ich lieg hier verfalle in Panik und lasse mich von meiner Angst und meiner Wut, die das ausklöst weiter zerfressen… Interessiert eh keinen. Soll ich die Bullen rufen? Den Gedanken hab ich jedes Mal und tu es dann doch nicht. Was sollen die auch tun? Soll ich beim Vermieter anrufen? Ach keine Ahnung… Warum muss ich mich mit so besoffenen Scheißkerlen überhaupt arrangieren? Herzrasen… Die ganze Zeit nur Herzrasen. Dann versuche ich mich abzulenken. Ich schalte Dokus oder Star Trek ein, möglichst laut, damit ich das Klopfen und Zetern irgendwie übertönen kann und versuche dabei zu arbeiten. Arbeiten im Schlafzimmer am Laptop, weil im Büro erwartet mich immer noch ein kaputter Rechner und ein unfertiger neuer PC, worum ich mich eigentlich kümmern müste. Sowieso wird meine ToDo-Liste immer länger und alles hat Priorität. Alles außer mir… Nicht ich und die Termine bei den Docs oder irgendwas aus meinem Stapel Papier oder irgendwas für meine Firma… Gerade arbeite ich rund um die Uhr für den Shop. Mein Kühlschrank bleibt leer, meine Konten sind leer und weiter komme ich nicht. Wieso hab ich das angefangen noch bevor ich fit genug bin und gut genug zurecht bin? Ich hab überhaupt keinen Fokus und bin noch lange nicht gesund. Das ist, als hätte ich ´nen 24h Job angenommen, unbezahlt… Ja klar, ich glaube an eine Zukunft und dafür tu ich das. Aber verflucht, das tu ich mein Leben lang. Mein Leben lang reiß ich mir für Nix den Hintern auf… Für die Erfahrung, für die Hoffnung… und wer bleibt am Ende auf der Strecke? Ich. Weil ich mich völligst vergesse… Nein verdammt, es gibt 1000 wichtigere Dinge in meinem Kopf, die erst bearbeitet werden müssen und nicht in einen staubigen Aktenordner gehören.

Die Absetzsymptome der Tabletten haben mich in die Knie gezwungen und Zeit zum ausruhen hatte ich nicht… 1 1/2 Wochen kotzen und Panik und vollkommenes Zombie-Dasein… Ich hab´s körperlich nicht ausgehalten und hab dann doch wieder diese blöden Pillen genommen, merke aber auch, dass sie bis auf die Reduzierung der Übelkeit und ein wenig Panik-Abschwächung nichts bringen. Die Anspannung und Schlaflosigkeit bleiben, die Wut bleibt, die Angst bleibt und die Suizidgedanken verschwinden auch nicht. Diese ganze verfickte scheiß Welt lässt mich gerade verzweifeln an jedem bisschen, was ich auch nur versuche anzupacken! Nun hat mich eine liebe Freundin zum Doc gebracht vor ein paar Tagen und der hatte nichts besseres zu tun als mich einfach innerhalb von 2 Minuten kurz abzuwimmeln. 6 Monate bin ich nicht da gewesen, weil ich das Vertrauen in unsere Ärzte verloren habe nach all diesem ganzen Scheiß… Und er hat´s nicht für nötig gehalten mein Bild da auch nur im Ansatz wieder gerade zu rücken. „Hier, nehmen Sie da!“ „Bekomme ich nichts für den Notfall? Ich will nicht wieder auf der Geschlossenen landen!“ „Kommen Sie in 3 Wochen wieder, dann sehen wir ja, ob das Medikament was bringt.“ Ja Tschüss… ignorantes Arschloch! Jetzt muss ich die Tabletten immer noch abholen, hatte sie bestellt und hab direkt schon Angst sie zu nehmen, weil ich noch obendrauf die Verpflichtung bekam regelmäßige EKGs machen zu lassen. Schön, dass er immer wieder ignoriert, dass ich Herzrythmusprobleme habe, dass genau solche Tabletten das verschlimmern und verflcuht noch eins ich NICHT regelmäßig rausgehen kann! Nicht gemerkt? Ich war 6 beschissene Monate nicht da, weil ich nicht aus dem Haus gehen konnte!! Was ist da so schwierig dran zu verstehen?! „Sie müssen sich auch kümmern.“ Ja ach, was hab ich denn die ganze Zeit versucht? Aber kein Arsch fühlt sich auch nur im Ansatz zuständig. Selbst wenn mir ´ne verfluchte Klinge in den Pulsadern steckt, schickt man mich doch wieder nach Hause. Meine Hausärztin tut mir jetzt schon Leid… Ich habe Mittwoch einen Termin bei ihr und die darf sich das ganze Theater dann anschauen… Vielleicht kann sie mir helfen. Ich hab ´n schelechtes Gewissen bei ihr, dass ich zum letzten Termin auch nicht erscheinen konnte… Die Panik frisst einen wirklich aus und raubt einem jede Energie. Gerade würde ich mich auch am liebsten wieder verkriechen und nicht mehr aus meinem Loch kommen… Naja, vielleicht kann sie noch etwas bewegen und mir vielleicht einen Klinikplatz oder einen Betreuer besorgen. Hab halt keine Querschnittslähmung, kann man halt von außen nciht sehen, dass ich Unterstützung brauche von Profis… Und blöderweise schieß ich mir ja auch selbst immer wieder ins Knie, weil ich draußen ganz anders bin… Weil ich gelernt habe jedem ins Gesicht zu lächeln, egal wie sehr es schmerzt, egal was in mir tobt. Immer nur lächeln und jedem den Arsch nachtragen. Wozu? Wozu das alles? Damit mir alle weiter auf der Nase herumtanzen können und aus dem Häufchen Elend letzendlich nur noch Asche wird? Ich will das nicht mehr, ich hab es so satt! Ich hab dieses ganze Leben, dieses ganze Konzept meines Daseins so satt! Was ich mir aufgebaut habe sind Luftschlösser aus kindlichen Illusionen und Hoffnungen. Vielleicht hoffe ich einfach nur irgendwann eine Kindheit zu haben und sehe nicht ein, dass es längst zu spät für mich ist. Jetzt steh ich mitten in meinem Leben, bin so alt, wie ich nie werden wollte und muss mich mit so viel Müll abfinden.

Ein Abenspazoergang hätte mir vorhin oder auch jetzt gut getan… Frische Luft, die Beine vertreten und ein paar Pokémon jagen. Nicht möglich. Internet gesperrt auf dem Handy, weil mein Anbieter aufgekauft wurde und jetzt eine Scheiße nach der nächsten abzieht. Ich mach die morgen lang! Von so Konzernpissern und Sesselfurzern muss ich mich erst Recht nicht verarschen lassen! Ich zitiere nochmal, was ich auch in Bezug auf O2 vorhin auf Facebook geschrieben hatte, um den Part abzukürzen:

„Diese Dreckspisser kriegen von mir morgen echt derbe auf die Nüsse! Gerade die Kündigung rausgeschickt, steht da nichtmal ´n Termin, wann die greift und diesen Monat soll ich wieder 40 Euro zahlen, weil die allen Scheiß dazugebucht haben ohne mein Einverständnis, ohne mir Unterlagen zu schicken etc. Und abbstellen kannste den Dreck im Account auch nirgends.. Der Vertrag kostet sonst die Hälfte!! Was sind das für gottverdammte asoziale Geier?? Ohne SEPA vom Geschäftskonto abbuchen, ohne Vertragsunterlagen, ohne Kundenservice… Legt die Uschi einfach auf, ich glaub´s bald!

Bei Base hatte ich ´nen Geschäftskundenvertrag. Nichtmal das wurde übernommen. Kein Service, keine Infos, keine Unterlagen, nur fett Kohle einstreichen für nichts und Hauptsache sofort 3 Tage später den Saft abdrehen, weil auf dem Konto zufällig nix drauf war, von dem sie illegal abgebucht haben.

Ey nicht mit mir!“

Da haut einem jeder Penner nochmal zwischen aus jeder Ecke… Wie zur Hölle soll ich aufstehen, wenn mir jeder ´nen Stein vor den Kopp schmeißt?! Mein Papierstapel wird immer größer… Am liebsten würd ich gerade mit Allem Schluss machen, alles rausschmeißen, alles verbrennen und nochmal komplett neu machen. Auswandern… oder der Strick… Keine Ahnung, ob ich noch zu irgendwas Kraft habe. Meine Augen brennen, mein Unterleib fühlt sich an, als würde jemand schön langsam mit ´ner Flex durch schneiden und mir ist´s hier eindeutig zu dunkel. Dazu sind die Kippen alle. Wie soll ich diese verfluchte Nacht durchstehen? Und dann die Ungewissheit zu morgen… ich war der festen Überzeugung morgen wäre der Termin beim Anwalt, jetzt hab ich vorhin erfahren, dass er vielleicht auch Dienstag sein könnte. Fuck ey, warum hab ich mir das nicht rechtzeitig aufgeschrieben? Und mein kack USB-Kabel ist im Arsch. Kann mein Handy nicht aufladen… Ob ich den Wecker überhaupt höre? Beim Schreiben gibt es ununterbrochen Geräusche von sich… Es nervt!! Ich wollte mir aufschreiben, was ich beim Anwalt alles sagen und fragen wollte und finde keinen klaren Gedanken. Ich würd am liebsten alles in Stücke reißen gerade… Mich selbst in Stücke reißen, weil ich es in meinem eigenen Körper nicht aushalte. Schweiß und Herzrasen… Bildschirmflackern… Viel zu viele Geräusche… *krach* *rumms* „DU FOTZE!!“ tönt es weiter, während der USB-Spund Dubstep feiert und DS9 im Hintergrund läuft und mir irgendwelche Stichworte eingibt. Auf die Handlung konzentrieren geht auch nicht. Anwalt… Morgen oder übermorgen… Wieder damit auseinandersetzen und wieder auf Hilfe hoffen. Ich fühl mich so furchtbar kraftlos, ich will das alles nicht mehr…

Die letzten Tage haben mich Albträume gejagt, die ich kaum aussprechen mag. Meinem Freund hab ich´s erzählt, ich denke das reicht. Selbst vor mir kann ich die Bilder nciht aussprechen, was mich auch schon wieder sauer macht, weil genau so wächst die verfluchte Angst doch nur wieder! Am Freitag auf dem Rückweg vom Turock Open Air hat sie mich aus heiterem Himmel überfallen. Der Tag war so schön, aber irgendwie… habe ich die Befürchtung mich einer Reinszenierung ergeben zu haben. Alles kam mir schon wieder meinerseits furchtbar übersexualisiert vor. Ich muss bestimmt die halbe Welt angeflirtet haben… Böser Fehler, vor Allem in Kombination mit den Flashbacks, auch aus den Träumen. Wahrscheinlich konnte ich deshalb nur noch nach Hause rennen. Richtig paranoid, als würde ich mich selbst verfolgen und vor mir selbst nicht wegrennen können. Der Gedanke mich zu schneiden war sehr präsent… Aber ich habe nicht nachgegeben, ich habe aber auch nicht drüber gesprochen. Einfach im Nirvana verpuffen lassen, aber natürlich hat´s mich dann im nächsten Traum wieder eingeholt und ich konnte den nächsten Tag echt knicken. Seitdem bin ich schon wieder nur noch aufgewühlt, will schreien und kann nicht, will fliehen und kann nicht, will weinen und kann nicht.

Sonntagmorgens weckte mich zum krönenden Abschluss einer grausigen Nacht noch ein heftiges Gewitter. Der Donner war so laut, dass ich erst dachte ein Blitz sei in unser Haus eingeschlagen. Und mein Freund pennte einfach weiter seelenruhig, während ich mit dem nächsten Trigger beschäftigt war und mir die Katzen entgegengesprungen kamen, weil sie sich auch sehr erschrocken hatten. Diese ganze Kombination aus Allem macht mich fertig… Ich würde so gern positiv denken, würde so gern auf ein paar schöne Dinge blicken, aber der ganze Mist holt mich einfach immer und immer wieder ein. Nur im Tod würde ich Ruhe finden können, was mich zu dem Gedanken bringt: Leben ist tödlich! Nur hatte ich bisher Glück… oder Pech. Je nachdem wie optimistisch oder pessimistisch ich gerade bin. Gerade siegt der Pessimismus und gerade ist die Welt wieder ein sehr dunkler Ort. Vielleicht morgen nicht mehr…

Ich müsste dringend mal auf´s Klo, aber aufstehen? Ich kann gerade nicht aufstehen. Die Dunkelheit glotzt mich an… Ich ertrag lieber den Schmerz als mich zu stellen, sonst schreie ich heute Nacht doch noch und das will ich nicht. Ich will weder die Wut noch die Angst eskalieren lassen, einfach nur stillstehen. Stillstand… Still… Regungslos liegen bleiben bis alles vorbei ist. Also alles so wie immer, so wie es imemr war.

Lachen über Leid?

Lachen über Leid?
Bin so wütend, dass ich nicht einschlafen kann und Herzstechen bekomme… Ich begreife das Prinzip einfach nicht, wie Menschen anderen Menschen oder Tieren absichtlich Leid zufügen und noch weniger, wie man dabei auch noch Freude empfinden kann. Im Kleinen wie im Großen, von Worten bis Bluttaten. Mir huschen immer gleich 1000 Bilder durch den Kopf von Erfahrungen, die ich mit solchen Menschen gemacht habe… Es verletzt mich und ich fühle mich schuldig oft nicht gut genug eingegriffen zu haben, weil es immer auch Freunde waren, die Freunden geschadet haben. Ein paar Grenzen hätte ich schneller ziehen müssen und die Wut gegen diejenigen richten müssen und nicht gegen mich selbst.
 
Da ist dieses Bild von meinem Exfreund auf einer Party, sturzbesoffen. Ich kam ins Bad rein und sie hielten ihn fest und putzten ihm die Zähne mit einer Klobürste bis er aus dem Mund blutete. Scheinbar war es eh immer ein riesen Spaß ihn abzufüllen und irgendeinen Scheiß mit ihm zu machen, wenn er wehrlos war. Wie oft ich geschrien und geheult und geflucht habe… Ich konnte es nie ertragen und ich fand es nie LUSTIG! Ich finde es nicht lustig Menschen oder Tiere anzuzünden, zu fixieren, abzufüllen, um „Späße“ aller Art mit ihnen zu treiben. Ich finde es nicht lustig Nacktfotos oder ähnliche kompromittierendes anderweitiges Bildmaterial herumzureichen, Leute gemeinschatlich anzuspucken, zu treten, auszulachen Aufgrund von Sexualität, Haarfarbe, Langeweile oder sonst was… Und ich kann mir kaum eine Situation vorstellen in der ich darüber lachen könnte. Ja, klar, ich kann Schadenfreude empfinden, wenn mal wer was Dummes getan hat, aber auch nur so weit, wie die Verletzungen nicht ernsthaft sind. Vor ´nen Laternenphahl rennen… das find ich noch witzig, aber sich mit ´nem Motorrad überschlagen nicht mehr.

Vielleicht merkt man während ich schreibe, dass ich kaum Worte finde, so tief sitzt meine Ablehnung, so tief sitzt meine Wut und ich frage mich, woher sie kommt, warum ich so empfinde. Ich fühle mich „unnormal“, weil ich selbst bei kleinen Lästereien an die Decke gehen könnte, während alle Anderen eine wahnsinns Freude dabei empfinden können. Das war schon immer so… So schlimm sogar, dass es bei mir Gedanken an Gewalt auslöst. „Spüre selbst den Schmerz, dann verhältst du dich nicht mehr so und überlegst dir 2x was du tust und worüber du lachst!“ Es fällt mir auch schwer das auszusprechen und mir einzugestehen, dass an der Stelle mein eigenes Monster sitzt und lostoben will. Es fühlt sich dann nicht an wie Rache, sondern wie Gerechtigkeit… Das lässt mich noch schuldiger fühlen. Ich verbiete mir selbst solche Gedanken, ich verbiete mir selbst die Wut, weil ich weiß wo sie landet und wie sie ausbrechen kann, wie unkontrolliert sie sein kann und alles zerstört. Klar habe ich Menschen auch schon weh getan, leider auch sogar schon sehr, aber nie habe ich es zum Spaß gemacht und auch im Nachhinein war ich eher noch sauer auf mich selbst, dass ich nicht vorsichtiger war, nicht diplomatischer. Mir tut es tatsächlich furchtbar Leid, wenn ich jemandem mit Worten oder Taten weh tue bzw. getan habe. Vielleicht bin ich auch so wütend darüber, dass viele einfach keine Reue oder Schuld spüren, sich einfach nur erheben damit, dass sie ein neues Opfer gefunden haben. Ein Egopush für jene mit zu wenig Ego? Profilierung in einer Gruppe? Ablenkung und Kompensation der eigenen Schwäche? Oder wirklich einfach nur Spaß? Nur dann begreife ich das Konzept von Spaß einfach nicht, wenn da nichts weiter hinter steckt.

Mein Kopf spielt weiter PingPong und Austausch von Sammelbildchen. Fast schon als hätte ich ein persönliches Panini-Album für psychische und physische Gewalt und es fehlen nicht mehr viele Bildchen zum einkleben… Manchmal denke ich, dass ich vielleicht einfach zu viel gesehen und zu viel erlebt habe, um mich noch über etwas zu amüsieren, was für Andere so normal scheint… Nicht falsch verstehen, ich lache sehr gerne und sehr viel, aber mein Humor beschränkt sich eher auf Situationskomik, doofe Flachwitze und ausgefeiltes Kabarett. Jenes kann auch Menschen oder Tiere beinhalten, aber sobald es Leid beinhaltet, wird es für mich schnell unerträglich und meine Grenze ist da sehr schnell erreicht. Bin ich vielleicht zu humorlos, zu politisch korrekt, zu ernst? Selbst wenn… ich kann darauf gut verzichten und ja, das nehme ich jedem Übel und merke ich auch bei jedem an, wenn es mir auffällt. Das macht Freunde nicht zu Feinden oder umgekehrt. Jeder tickt da ja anders und ich merke ja selbst, wie sehr ich da von der Norm abweiche, unkommentiert tolerieren kann ich es dennoch nicht. Einfach überhören oder runterschlucken ist für mich unmöglich. Zumindest bin ich vom Drama-Trip runter und muss nicht die wahnsinns Szene machen bei „Kleinigkeiten“ (die für mich keine sind), aber dennoch muss ich die Klappe aufreißen, sonst erstick ich an der Wut, die sich da in kürzester Zeit aufbaut.

Wir schreiben heute wohl doch etwas konfus… Und vergessen wieder den Anfang des Satzes, bevor wir ihn zu Ende geschrieben haben. Scheint ein tiefgründiges Thema zu sein und muss wohl einmal ausführlich reflektiert und analysiert werden. Erneut eine kleine Baustelle, als hätten wir nicht genug…

Tablettenentzug – Wirkung und Nebenwirkung

Tablettenentzug – Wirkung und Nebenwirkung

1 1/2 Wochen ohne Tabletten… Ich beginne die Entscheidung zu bereuen. Übelkeit, Bauchschmerzen, Herzrasen, Konzentrationsprobleme, Schlafprobleme, Albträume, vermehrte Panikzustände, Aufgewühltheit, Stimmungsschwankungen, spontane stechende Kopfschmerzen… Mir stellt sich die Frage, ob das wirklich der Entzug ist oder nicht eher doch mein vorheriges Körpergefühl, was ich auch die Jahre davor mit mir herumgeschleppt habe. Wenn dem so ist… Warum wollte ich nochmal absetzen? Will ich gegen Trägheit und Wattigkeit wieder tauschen, weitere Gewichtszunahme in Kauf nehmen und mein Leben lang jeden Abend Pillen schlucken zum Wohle der Pharmaindustrie? Gibt es nicht noch andere Möglichkeiten?

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Ich hatte mich letztes Jahr im November dafür entschieden zum Psychiater zu gehen bzw. mich hinbringen zu lassen, weil ich nur noch in Panik und Dissoziationen versunken war und überhaupt nicht mehr fähig war auch nur irgendetwas anzupacken. Ich habe das Haus nicht mehr verlassen, musste aus der Badewanne geholt werden, wenn ich mich denn mal ins Bad getraut habe, konnte nichtmal mehr in die Küche gehen an den Kühlschrank, um etwas zu essen. Immer nur Panik, Panik, Panik bei jeder Kleinigkeit und auch oft diffus aus heiterem Himmel. Gefesselt an meine Bettinsel bin ich vollkommen versunken und die einzige Option war für mich bei ein paar klaren Gedanken: Vielleicht können jetzt wirklich nur noch Tabletten helfen. Das Zeug, was ich immer abgelehnt habe wegen des Körpergefühls, wegen der Nebenwirkungen und eben auch weil ich dachte, ich würde immer noch selbst die Kurve kriegen. Die habe ich allerdings nicht bekommen. Ich verrottete zusehends auf meiner kleinen Matratze in einem dreckigen, chaotischen Raum. Zu Beginn bekam ich Citalopram und Doxepin. Das linderte meine Panik nicht wirklich, im Gegenteil, die ersten Tage hatte ich mit noch heftigeren Attacken zu kämpfen. SSRI und TZA in Kombination sollte wohl die richtige Bombe für meinen Zustand werden, verfehlte aber ihr Ziel. Auch Monate später noch keine Besserung, immer noch ein Vegetieren und Verrotten in der eigenen Angst, unfähig auch nur einen einzigen Schritt zu gehen. Für mein Umfeld wurde ich zusehends eine Belastung, soziale Aktivitäten schrumpften gen 0, nur noch der Bildschirm als Kontakt zur Außenwelt und keine Hilfe in Sicht. Wenn telefonieren oder vor die Tür gehen schon ein immenses Problem sind und man aus den Notaufnahmen wieder nach Hause geschickt wird, kann man nicht auf Hilfe hoffen. Unser Gesundheitssystem kann Panikpatienten nicht tragen… Da schrieb mir ein Verein zurück, der sich normalerweise mit der Thematik befasst, ich solle doch einfach mal vorbei kommen oder anrufen. Ja wie denn? Wenn ich das hinbekommen würde, gäbe es doch gar kein Problem. Kein weiterer Kontakt… Selbst mein Psychiater setzte mir am Ende schließlich die Pistole auf die Brust und sagte, ich müsse vorbei kommen. Ein Ding der Unmöglichkeit und dazu dann direkt der erste ungewollte Entzug, der kurz daruaf einschlug, weil mein Tablettenvorrat zu neige ging. Das Zeugs, was er mir verschrieben hatte, wonach mein Körper nun schrie. Ich hab die Symptome nicht ausgehalten. In einem durch Erbrechen, Schwindel, Stimmungsschwankungen und das Gefühl ich sei ein Zombie, unfähig mich auch nur einen Millimeter zu bewegen. Befeuerte schön weitere Episoden von Dissoziation und Intrusion… Ich besorgte mir schließlich die Tabletten über Bekannte und Freunde, illegal ohne Rezept. Zum Glück erbarmten sich wirklich ein paar Leute hier vorbei zu kommen und mir zumindest in dem Punkt dann doch unter die Arme zu greifen. So konnte ich zumindest langsam erstmal das Citalopram ausschleichen, was ich auch schon einige Monate schon nicht mehr nehme. Danach ging es mir tatsächlich auch wieder besser. Es war einfach das falsche Präparat, aber war ja auch kaum mit dem Doc abzuklären, weil ich dafür raus gemusst hätte. Dazu hätte eigentlich auch regelmäßig ein EKG gemacht werden müssen, ich bekam nicht ein Einziges. Das Doxepin hatte meine Herzrythmusstörungen massiv erhöht, dafür hatte ich weniger Herzrasen. Egal wie, es hätte allerdings kontrolliert werden müssen… Wie dem auch sei, ich versuchte dann erneut auch dieses Präparat abzusetzen, wieder mit massiven Beschwerden und der Entscheidung es doch weiter zu nehmen, weil ich den Entzug nicht aushalte. Nun bin ich bei Versuch Nummer 4 gelandet den Mist aus meinem Körper zu bekommen. Mitunter weil wieder alle Vorräte aufgebraucht sind, aber auch, weil ich der Meinung bin, dass ich keinen positiven Effekt erlebt hätte. Diese Entscheidung steht allerdings akut wieder in Frage und die Überlegung zum Arzt zu gehen kam mir doch in den Sinn, obwohl ich letzte Woche noch vehement dagegen war. Ich will nicht auf Pillen angewiesen sein, meinen Körper vergiften oder zu etwas machen, was er nicht ist. Eigentlich. Jetzt nach 1 1/2 Wochen Entzug habe ich allerdings ein Körpergefühl, was mir ebenso wenig gefällt, vielmehr mich wirklich belastet. Beides belastet mich, ob mit oder ohne Tabletten… Am schlimmsten finde ich morgens die Schmerzen und die Übelkeit. Die Schmerzen kenne ich seit sehr langen Jahren und tatsächlich hatten sie Pause in der Zeit, in der ich das Doxepin nahm, auch die Übelkeit hielt sich in Grenzen. Ich würge sonst täglich hunderte Male, vor Allem unter Stress um so mehr, teilweise auch eben bis zum Erbrechen. Der Stress muss nicht psychisch sein, auch körperliche Anstrengung führt dazu und das kann tatsächlich schon eine Kleinigkeit sein, wie den Knopf des PCs unter dem Schreibtisch drücken oder eine Treppe hoch gehen. Die Schmerzen, der Schwindel (den ich jetzt auch ungeklärt seit 1 1/2 Jahren habe) und das penetrante Würgen sind nicht die einzigen Probleme, die zurückgekehrt sind. Ich bin „wacher“ laut meinem Analytiker (den ich letzte Woche sogar mal besucht habe), aber kann mich weniger konzentrieren, weniger schlafen, sowieso habe ich seit jetzt 4 Nächten nur Albträume, werde wieder wie sonst die Jahre vorher jeden Morgen hektisch mit einem Schrecken wach, anstatt gemütlich ausschlafen zu können. Das führt dazu, dass ich morgens schon immens angespannt und aggressiv bin. Fühlt sich eben an, als würde mir jeden Morgen einer einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf schütten. Dazu bin ich dann den ganzen Tag über müde und sobald die Nacht hereinbricht verfolgt mich alles. Die Panik ist zwar nicht mehr so heftig, weil ich mich stark dagegen wehre oder versuche sie manchmal zu akzeptieren, aber in manchen Situationen stört sie mich immens. Wenn ich meinem Freund in die Augen schaue und plötzlich wieder diesen Anflug bekomme, als würde ein Messer in mein Herz und in meinen Bauch gerammt werden und ich nicht anders kann als zusammenzucken und mich abzuwenden oder wenn ich über den Flur gehe und zum Lichtschalter eile, als ginge es um mein Leben oder diese blöde Flusensieb von der Waschmaschine gestern… Es war mir unmöglich das zu reinigen, weil die Angst mich davon abgehalten hat in das Loch zu greifen und die Fussel da einfach rauszukramen… Mein Freund musste das wieder tun. Auch in den Spiegel schauen fällt mir wieder schwerer. Ich vermeide es mir selbst in die Augen zu sehen, weil ich Angst habe, dass sich das Bild wieder zu einem Monster verzerrt, zu etwas Fremden, was Besitz ergreift über mich… Dennoch hebe ich immer wieder den Blick und versuche mich von der Realität zu überzeugen, mir zu sagen, dass mir meine Wahrnehmung nur Streiche spielt und ich da wirklich nur mich sehe, nichts Bedrohliches. Dann schaue ich mir vielleicht eher meine Haare an oder einen Pickel… Aber in die Augen schauen im Spiegel, wenn es dunkel ist… Das kann ich nicht, auch wenn ich es will, weil es mich vor Angst zerreißt. Ich will mich dem nicht wieder so ergeben und weiß, dass mir die Tabletten das genommen hatten. Ich habe gute Fortschritte gemacht auch wieder raus zu gehen, ein paar Male das Telefon zu benutzen, wieder zu arbeiten und mich mit Menschen zu treffen. Jetzt befürchte ich, dass ich doch wieder zurückfallen könnte, wenn es jetzt durch den Entzug wieder los geht. Auf der anderen Seite war mein Körpergefühl unter den Tabletten für mich auch keine Option mehr. Die Gewichtszunahme war das das kleinste Problem, der Herzrythmus, die Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit schon die größeren Probleme. Ich stelle mir die Frage, ob es noch ein Dazwischen gibt, eine gute Alternative mit der ich irgendwann leben kann. Durch 18 Jahre Therapie habe ich die Theorie an die Hand bekommen Ängste zu bekämpfen, aber in der Praxis holt sie mich doch ein, immer wieder. Mein Konfrontationskurs hilft mir mich damit zu befassen und die Monster im Kopf kleiner werden zu lassen, aber das Grundgefühl bleibt, so oft und intensiv ich mich auch stelle. Was bleibt mir also jetzt noch? Ich will etwas verändern, ich will mich verändern, damit ich besser leben kann, aber werde ich das jemals können, wenn der ganze Mist in meiner Hirnchemie soweit verankert ist, dass ich nur mit Medikamenten (wahlweise, weil oft auch vorgeschlagen bekommen: Drogen) dagegen ansteuern kann? Und was muss geschehen, was muss ich tun, damit mir endlich mal in diesem ganzen Dilemma geholfen wird von professioneller Seite aus? Irgendeine Option muss es ja wohl noch geben, irgendetwas, was ich noch nicht ausprobiert habe… Mittlerweile überdenke ich, ob alternative „Heiler“ einen Versuch wert wären. Schamanen, Handaufleger, Hypnotiseure und Co. Dieses ganze esoterische Voodoo-Zeugs, von dem ich nie etwas gehalten habe. Wobei Suggestion und Placeboeffekte eine doch unverkennbare Wirkung erzielen können.

Nichts desto Trotz, ich bleibe weiter am Ball, kämpfe weiter, lebe weiter und versuche das Beste draus zu machen. Nur eine Lösung würde mir doch mehr Hoffnung und Perspektive für die Zukunft geben. Oder ich resigniere irgendwann und finde mich damit ab, dass ich wirklich offiziell behindert bin, gesellschaftunfähig, krank aufgrund meiner Psyche, aufrgund der Menschen, die mein Leben von klein auf zerstört haben. Nur würde das nicht auch bedeuten, dass sie gewonnen hätten? Oder mache ich mir da einfach nur was vor und verleugne mich selbst, wenn ich mir meine Schwächen, meine Unfähigkeiten und Unzulänglichkeiten, meine Ängste, nicht eingestehen will? Auf dem Papier werde ich mir in Kürze meine psychische Behinderung anerkennen lassen, aber ob ich mich persönlich damit abfinden will und kann, bleibt offen… Ich bin geschädigt für mein Leben, aber ich will einfach nicht aufgeben und mich auf Krankheit ausruhen.

Burkaverbot – Wer unterdrückt wen?

Burkaverbot – Wer unterdrückt wen?

Nachdem ich wieder so einen unsinnigen Artikel zum Burkaverbot gelesen hatte, musste ich doch mal wieder meinen Senf dazu geben und wiederhole ihn hier gerne erneut, denn ich denke wir haben ein ganz anderes Problem als dieses Stück Stoff.

Ich überleg schon ´ne ganze Weile mir ´ne Burka zu holen. Nicht aus religiösen Gründen, sondern weil ich mich in dieser Gesellschaft als „Objekt“ fühle und nicht als Mensch. Wenn mich ein Schleier vor Übergriffen schützt, wäre für mich endlich mal eine Lösung gefunden fernab von ständigem Blaulicht, (legaler) Bewaffnung und Selbstverteidigung. Frei ist doch ernsthaft keine Frau hier, eher Freiwild. Könnte man also mal gezielt ein Statement mit setzen sich zu verschleiern… Mal abgesehen davon, dass man nicht an einem Stück Stoff die hauseigene Unterdrückung erkennen kann. Damit untergräbt man ja beinahe, dass auch unverschleierte Frauen Diskriminierungserfahrungen haben oder um das Klischee der häuslichen Gewalt aufzugreifen, nur jene eben betroffen seien, was schlichtweg falsch ist.

Die wirkliche Unterdrückung von Frauen mit Burka oder Niqab stammt zumindest hier zu Lande nicht aus den religiösveranlagten Reihen, sondern aus der Gesellschaft, die sich über ein Stück Stoff échaufiert, weil sie meint dahinter etwas erkennen zu können, was uns gesamtheitlich schaden könnte. In Wahrheit schadet diese Ansicht genau jenen, die durch das Verbot vermeintlich geschützt werden sollen. Es nimmt ein Stück Freiheit und der Umgangston wird schärfer. Man laufe mal verschleiert durch die Straßen, dann weiß man, wie Diskriminierung funktioniert und zwar genau hier in dieser Gesellschaft und nicht ausschließliche im eigenen religiösen Kreis.

Vielleicht ist die Thematik auch nur so anstößig, weil sie vielen vor Augen führt, wie übersexualisiert der weibliche Körper immer noch wahrgenommen wird und eben jener Vorhang als Schutz tatsächlich sogar funktioniert. Wenn man sich also tatsächlich von einem Schleier in der eigenen Identität und in der Selbstbestimmung angegriffen fühlt, sollte dringend mal reflektiert werden, worum es einem dabei persönlich im Einzelnen geht. Wirklich nur um einen vermeintlichen Schutz der Frauen vor Unterdrückung? Führt einem das Bild einer verschleierten Frau nicht einfach genau unsere Probleme vor Augen? Ein Verbot, weil wegsehen einfacher ist? Frauen dürfen ja kurze Röcke hier tragen, aber sollen sich dann nicht wundern, wenn sie angegrabscht werden?

Zur Vereinfachung setze man doch einmal den Lohfinkprozess bzw. die medialen sowie persönlichen Reaktionen darauf in einen Kontext mit der Verbotsforderung der Burka inkl. Reaktionen. Das offenbart doch eine ganze Menge veralteter und vor Allem total sexualisierter Weltbilder. Wenn wir schon bei einer Gegenüberstellung sind: Wie hätte unsere Gesellschaft denn auf eine Frau Lohfink in Form einer Muslima mit Niqab reagiert? Selbst Schuld, wenn sie sich unterdrücken lässt? Mitleid/Unverständnis, weil sie keine High Heels trägt? Ich sehe hier nichtmal eine Doppelmoral, auch wenn es nach außen den Anschein macht. Ich sehe eine Moral allen Frauen gegenüber, die Diskriminierung und Unterdrückung fördert, nicht in der muslimischen Welt, sondern hier, in unserer ach so fortschrittlichen westlichen Welt in der alte Säcke der Kellnerin auf den Hintern klatschen oder Jungs ihren Angebeteten Schwanzfotos schicken. Und die Frauen machen mit, weil es Alltag für alle ist. Ein Alltag, in dem man immer auf der Hut sein muss und sich immer darüber bewusst sein muss, dass man eine Hure in dieser Gesellschaft ist, weil man eine Frau ist, ganz egal ob mit oder ohne Schleier.

„Leg dein Tuch ab. Ich will deinen Arsch sehen, um mich dran aufzugeilen. Und du hast gefälligst deine Klappe zu halten, weil du bist ja selbst Schuld, wenn du so rumläufst.“